„Prävention beginnt im Kindesalter. Daher setzen wir in Kärnten bei der Suchtvorbeugung seit vielen Jahren schon in den Schulen an. Und das nicht mit Projekttagen, sondern mit einem längerfristigen Programm, das Pädagoginnen und Pädagogen vier Jahre lang begleitet – dem Lebenskompetenzprogramm plus“, erklärte heute, Donnerstag, Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Sie überreichte im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung an 17 Lehrerinnen und Lehrer das „plus“-Abschlusszertifikat. „Ich danke den engagierten Pädagoginnen und Pädagogen für diese so wichtige Basisarbeit. Mit Basisarbeit meine ich die konkrete Förderung von sozialer und emotionaler Kompetenz der 10- bis 14-jährigen Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Sozialen Lernens. Und ich meine Aufklärung über Suchtmittel, Risikoverhalten und Gewaltprävention, die im Kindes- und Jugendalter am effektivsten und nachhaltigsten wirkt“, betonte Prettner.
Herausforderungen des Jugendalters
Mit elf, zwölf, dreizehn Jahren prasseln auf einen heranwachsenden Jugendlichen so viele Eindrücke, Erfahrungen, Ereignisse ein: Wie geht man damit um? Wie kommt man mit seinen Emotionen klar? Wie bewältigt man Konflikte? Wohin mit dem Frust? Wie redet man über Gefühle? Was tun mit Alkohol? Mit Zigaretten und Snus? Und Hass im Netz? Fragen über Fragen. Und Herausforderungen, vor der auch das Lehrpersonal steht. Kärnten hat das „plus“-Programm im Jahr 2019 gestartet. „Konkret handelt es sich bei „plus“ um ein Lebenskompetenzprogramm mit sucht- und gewaltpräventiver Ausrichtung für die fünfte bis achte Schulstufe und damit für Schülerinnen und Schüler von 10 bis 14 Jahren. Der Umgang mit Suchtmitteln wird dabei ebenso thematisiert wie andere Risikoverhaltensweisen von Jugendlichen – wie Konsumverhalten, Nikotin oder Alkohol und neue Medien“, erklärte Eva Maria Adlmann von der Suchtprävention im Amt der Kärntner Landesregierung.
Langfristige Unterstützung für Lehrpersonal und Schüler
„Der Zertifikationslehrgang dauert vier Jahre: Den Pädagoginnen und Pädagogen wird ein entsprechendes „Werkzeug“ – inklusive maßgeschneidertes Unterrichtsmaterial — mitgegeben. Ein Werkzeug, das ihren Schülerinnen und Schülern beim Heranwachsen hilft, das sie selbstbewusster und eigenverantwortlicher macht“, so Adlmann. „Mit den heutigen 17 zertifizierten Personen verfügen wir in Kärnten über 406 zertifizierte „plus“-Pädagoginnen und Pädagogen, insgesamt wurden bereits knapp 1000, konkret 983, Lehrerinnen und Lehrer in diesem Programm erfolgreich geschult“, informierte die Gesundheitsreferentin.
Angeboten wird das Programm in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule. „plus“ steht in Zusammenhang mit einem signifikant geringeren Anstieg der Konsumerfahrungen mit Zigaretten und Alkohol im Alter zwischen 13 und 14 Jahren. Die heute ausgezeichneten Pädagoginnen und Pädagogen lehren in folgenden Schulen: MS Bleiburg, MS St. Stefan, MMS Wolfsberg, MS Lavamünd, MS St. Marein.