EU-Wahl

Clau­dia Arpa: “Die Zukunft Euro­pas gehört den Regio­nen”

Von 6. bis 9. Juni 2024 werden die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union erneut zur Wahlurne gerufen, um die Besetzung des Europäischen Parlaments zu bestimmen. Die Kärntner SPÖ hat mit überwältigender Mehrheit Claudia Arpa zur Spitzenkandidatin gekürt. "KLiCK"-Kärnten hat die engagierte Politikerin zum Interview gebeten, um mehr über ihre Ziele und Visionen für Europa zu erfahren.

Clau­dia Arpa: “Die Zukunft Euro­pas gehört den Regio­nen” Claudia Arpa will sich im EU-Parlament für Chancengerechtigkeit einsetzen.

© SPÖ Kärnten/Varh

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“KLiCK”-Kärnten: Frau Arpa, wel­che kon­kre­ten Maß­nah­men möch­ten Sie im Euro­päi­schen Par­la­ment ergrei­fen, um die Chan­cen­ge­rech­tig­keit für Kin­der und Jugend­li­che in Euro­pa zu för­dern?

Dass Kin­der unse­re Zukunft sind, darf kei­ne lee­re Phra­se sein. Die Poli­tik schul­det unse­ren Kin­dern auf loka­ler, regio­na­ler, natio­na­ler und auch euro­päi­scher Ebe­ne das Bes­te, das sie zu geben ver­mag. Unser gemein­sa­mes Ziel muss es sein, den jüngs­ten euro­päi­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ein siche­res und angst­frei­es Auf­wach­sen zu ermög­li­chen. Im Euro­päi­schen Par­la­ment wer­de ich mich für kon­kre­te Maß­nah­men ein­set­zen, um die Chan­cen­ge­rech­tig­keit für Kin­der und Jugend­li­che zu för­dern. Dies beinhal­tet die Ein­bin­dung der Regio­nen in Initia­ti­ven zum Kin­der­schutz sowie die Zusam­men­ar­beit mit sozia­len Ein­rich­tun­gen und dem Bil­dungs­be­reich, um ein siche­res und angst­frei­es Auf­wach­sen zu gewähr­leis­ten und die Bedürf­nis­se der jun­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu erfül­len.

“KLiCK”-Kärnten: Sie haben betont, dass die EU ein Frie­dens­pro­jekt sein soll. Wie pla­nen Sie, die­sen Gedan­ken in Ihrer Arbeit im Euro­päi­schen Par­la­ment vor­an­zu­trei­ben?

Gegen die aktu­el­len Kri­sen, Krie­ge und Her­aus­for­de­run­gen muss Euro­pa als Pol des Frie­dens auf­ge­baut und gesi­chert wer­den. Öster­reich ist seit fast 30 Jah­ren Teil der euro­päi­schen Gemein­schaft, einer Alli­anz, die für Frie­den, wirt­schaft­li­chen Auf­schwung und den Aus­tausch über Gren­zen hin­weg steht. Doch Euro­pa ist auch ein ste­ti­ger Pro­zess, der nicht nur die Wah­rung des Frie­dens, son­dern auch die Gewähr­leis­tung von sozia­ler Sicher­heit und die gerech­te Ver­tei­lung von Wohl­stand garan­tiert, um aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen wie dem Kli­ma­wan­del zu begeg­nen.

“KLiCK”-Kärnten: Als Geschäfts­füh­re­rin des Frau­en­hau­ses Lavant­tal haben Sie viel Erfah­rung im sozia­len Bereich. Wie wol­len Sie die­se Erfah­rung nut­zen, um frau­en­po­li­ti­sche The­men auf EU-Ebe­ne zu stär­ken?

Ich kämp­fe für ein Euro­pa, in dem Frau­en end­lich das bekom­men, was ihnen schon längst zusteht: ech­te Chan­cen­gleich­heit, geziel­te Frau­en­för­de­rung und das Recht auf ein gewalt­frei­es Leben. Basie­rend auf mei­ner Erfah­rung als Geschäfts­füh­re­rin des Frau­en­hau­ses Lavant­tal möch­te ich frau­en­po­li­ti­sche The­men auf EU-Ebe­ne stär­ken. Dies beinhal­tet die Wie­der­auf­nah­me der Gleich­stel­lungs­stra­te­gie, den Kampf gegen Lohn­un­ter­schie­de und die För­de­rung eines gewalt­frei­en Lebens für Frau­en.

“KLiCK”-Kärnten: Wel­che Prio­ri­tä­ten set­zen Sie im Bereich der Bekämp­fung von Kin­der­ar­mut auf euro­päi­scher Ebe­ne?

Als Poli­ti­ke­rin, spe­zi­ell in mei­ner aktu­el­len Funk­ti­on als Bun­des­rä­tin, sind der Kampf gegen Kin­der­ar­mut und Chan­cen­ge­rech­tig­keit die The­men, mit denen ich mich täg­lich und mit Lei­den­schaft aus­ein­an­der­set­ze. Ich wer­de mich im Euro­päi­schen Par­la­ment für Maß­nah­men ein­set­zen, die den frei­en Zugang zu Bil­dung för­dern und damit einen wesent­li­chen Bei­trag zur Bekämp­fung von Kin­der­ar­mut leis­ten. Ziel ist es, eine euro­päi­sche Bil­dungs­land­schaft zu schaf­fen, die allen Kin­dern und Jugend­li­chen glei­che Chan­cen bie­tet.

“KLiCK”-Kärnten: Die SPÖ posi­tio­niert sich als Boll­werk gegen rechts­po­pu­lis­ti­sche Kräf­te. Wel­che Stra­te­gien wer­den Sie ver­fol­gen, um die­sen Ein­fluss im Euro­päi­schen Par­la­ment zu bekämp­fen?

Die Euro­päi­sche Uni­on hat zahl­rei­che Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen, die auch für die Zukunft unse­rer Kin­der und Jugend­li­chen von ent­schei­den­der Bedeu­tung sind. Dazu gehö­ren der Kli­ma­wan­del, der kei­ne Gren­zen kennt und des­halb nicht allein ein­zel­staat­lich bewäl­tigt wer­den kann, die Migra­ti­on, die jedes Land in Euro­pa betrifft, und der Fach­kräf­te­man­gel, der sich in sämt­li­chen EU-Län­dern bemerk­bar macht. All die­se The­men las­sen sich nur gemein­schaft­lich lösen. Dies kann nur durch eine nach innen geein­te und star­ke EU funk­tio­nie­ren. Euro­pa und die EU als Insti­tu­ti­on müs­sen der Fels in der Bran­dung sein, der dro­hen­de Gefah­ren für demo­kra­ti­sche Wer­te abwehrt. Wir kön­nen aktiv dazu bei­tra­gen, die­ses star­ke Euro­pa zu for­men.

“KLiCK”-Kärnten: Wie möch­ten Sie die The­men Nach­hal­tig­keit und gerech­tes Wirt­schaf­ten in die Gesetz­ge­bung der EU ein­brin­gen?

Euro­pa fair gestal­ten heißt, Nach­hal­tig­keit zu stär­ken und Unab­hän­gig­keit zu garan­tie­ren. Der Kampf gegen die pro­fit­ge­trie­be­ne Erd­erhitzung muss in Euro­pa höchs­te Prio­ri­tät haben. Dafür müs­sen wir den Mei­len­stein „Green Deal“ mit Leben erfül­len, eine Just Tran­si­ti­on, also einen gerech­ten Über­gang, sicher­stel­len und in die sozi­al ver­träg­li­che Ener­gie­wen­de inves­tie­ren.

“KLiCK”-Kärnten: Kärn­ten liegt an der Schnitt­flä­che drei­er Kul­tu­ren. Wie kön­nen Sie die­se kul­tu­rel­le Viel­falt nut­zen, um die Ein­heit in der EU zu för­dern?

Das grenz­über­schrei­ten­de Zusam­men­wach­sen von Län­dern und Regio­nen eröff­net enor­me Chan­cen, zugleich ist es die Rea­li­sie­rung des euro­päi­schen Trau­mes: Ein­heit in Viel­falt. Ich wer­de mich dafür ein­set­zen, die­se Chan­cen zu nut­zen und die Ein­heit in der EU zu för­dern, indem Sys­te­me und Insti­tu­tio­nen bes­ser mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den.

“KLiCK”-Kärnten: Was sind Ihre Plä­ne, um die Rol­le der Sozi­al­de­mo­kra­tie in Euro­pa zu stär­ken und sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Wer­te zu ver­brei­ten?

Seit 29 Jah­ren ist Öster­reich Mit­glied der Euro­päi­schen Uni­on. Wir haben in die­sen 29 Jah­ren alle Höhen und Tie­fen der Mit­glied­schaft in die­ser Staa­ten­ge­mein­schaft erlebt und kön­nen daher mit vol­ler Über­zeu­gung fest­stel­len, dass die Vor­tei­le bei wei­tem über­wie­gen. Den­noch müs­sen wir unser Euro­pa ver­bes­sern, die vie­len Her­aus­for­de­run­gen im Blick behal­ten und bewäl­ti­gen. Einst als Wirt­schafts­bünd­nis gegrün­det, befin­det sich die sozia­le Säu­le der EU erst im Auf­bau. Mein Ziel ist es, die sozia­le Dimen­si­on der EU zu mani­fes­tie­ren und sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Wer­te wie Huma­ni­tät, Nach­hal­tig­keit, Chan­cen­gleich­heit und gerech­tes Wirt­schaf­ten zu ver­brei­ten.

 

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Mit Erfah­rung aus dem Frau­en­haus Lavant­tal stärkt Clau­dia Arpa frau­en­po­li­ti­sche The­men in der EU.
© Tho­mas Topf

“KLiCK”-Kärnten: Wel­che Ver­bes­se­run­gen stre­ben Sie in der Zusam­men­ar­beit zwi­schen den EU-Insti­tu­tio­nen und den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern an, um mehr Trans­pa­renz und Par­ti­zi­pa­ti­on zu gewähr­leis­ten?

Die Zukunft Euro­pas gehört den Regio­nen – neben Rat, Kom­mis­si­on und Par­la­ment ist der Aus­schuss der Regio­nen das Gre­mi­um, durch das über 300 Regio­nen wie Kärn­ten die Mög­lich­keit haben, sich aktiv in die Gestal­tung der Euro­päi­schen Uni­on ein­zu­brin­gen. Auch wenn es kaum so gese­hen und über­wie­gend nicht wahr­ge­nom­men wird, spielt die EU auch in unse­ren Gemein­den und Bezir­ken eine gro­ße Rol­le. Vie­le Aus­wir­kun­gen der Ent­schei­dun­gen auf EU-Ebe­ne spü­ren wir auch in der Gemein­de ganz unmit­tel­bar. Umso wich­ti­ger ist es, dass unse­re Ver­tre­te­rIn­nen in Brüs­sel deut­li­che Auf­trä­ge aus der Bevöl­ke­rung bekom­men.

“KLiCK”-Kärnten: In Ihrer bis­he­ri­gen poli­ti­schen Lauf­bahn haben Sie sich für sozia­le The­men ein­ge­setzt. Wel­che spe­zi­fi­schen sozia­len Pro­jek­te möch­ten Sie im Euro­päi­schen Par­la­ment unter­stüt­zen?

Unse­re Auf­ga­be muss es sein, Euro­pa zukunfts­fä­hig zu gestal­ten, den Frie­den zu sichern und zugleich den Wohl­stand zu erhal­ten. Die Sozi­al­de­mo­kra­tie steht für Huma­ni­tät, Nach­hal­tig­keit, Chan­cen­gleich­heit und gerech­tes Wirt­schaf­ten. Beson­ders wich­tig ist es mir, Euro­pa ein Stück sozia­ler und gerech­ter zu machen, ins­be­son­de­re für Kin­der und Frau­en.

24.05.2024 19:00
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Clau­dia Arpa: “Die Zukunft Euro­pas gehört den Regio­nen” Claudia Arpa will sich im EU-Parlament für Chancengerechtigkeit einsetzen.

© SPÖ Kärnten/Varh