25,5 Prozent
FPÖ gewinnt EU-Wahl in Österreich
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat bei der EU-Wahl die Mehrheit der Stimmen für sich gewonnen. Dies geht aus den neuesten Ergebnissen hervor, die vom ORF veröffentlicht wurden.
© Daniel Kattnig
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) konnte bei der EU-Wahl am Sonntagabend einen historischen Erfolg verzeichnen. Mit 25,5 Prozent der Stimmen, inklusive Wahlkartenprognose, eroberte die FPÖ erstmals den ersten Platz bei einer bundesweiten Wahl und sicherte sich sechs Mandate im EU-Parlament. Das Ergebnis bedeutet einen deutlichen Zuwachs von 8,3 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Wahl.
Enge Entscheidung um Platz zwei und drei
Auf dem zweiten Platz landete die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 24,7 Prozent der Stimmen, was einem Minus von 9,9 Prozentpunkten entspricht. Damit verlor die ÖVP zwei ihrer bisherigen sieben Sitze. Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) erreichte 23,3 Prozent und bleibt mit fünf Sitzen im EU-Parlament vertreten, trotz eines leichten Rückgangs um 0,6 Prozentpunkte.
Grüne vor NEOS
Das enge Rennen um den vierten Platz entschieden die Grünen mit 10,9 Prozent der Stimmen für sich, gefolgt von NEOS mit 10,1 Prozent. Die Grünen verloren 3,2 Prozentpunkte und ein Mandat, während NEOS ein Plus von 1,6 Prozentpunkten verzeichnete und ein zusätzliches Mandat gewann. Beide Parteien haben nun jeweils zwei Mandate im EU-Parlament.
KPÖ und DNA scheitern an Hürde
Die KPÖ erreichte 2,9 Prozent der Stimmen, was einem Plus von 2,1 Prozentpunkten entspricht, und die erstmals angetretene Liste DNA kam auf 2,7 Prozent. Beide Parteien verfehlten die für den Einzug in das EU-Parlament notwendige Hürde von vier Prozent.
Wahlbeteiligung und Prognosen
Die Wahlbeteiligung lag bei 54,1 Prozent. Von den knapp 6,4 Millionen Wahlberechtigten gaben rund 3,4 Millionen ihre Stimme ab. Der Wahlabend gestaltete sich wie bei EU-Wahlen üblich lange spannend, da die Ergebnisse erst nach Schließung der letzten Wahllokale in Italien um 23.00 Uhr veröffentlicht werden durften. Bis dahin basierten die Einschätzungen auf einer gemeinsamen Trendprognose von Foresight, ARGE Wahlen und Peter Hajek für APA, ORF und Puls 4.
Schwierige Herausforderungen für die SPÖ
Die SPÖ Kärnten stellt sich kämpferisch den Ergebnissen der EU-Wahl. Parteichef Peter Kaiser hebt die besonderen Herausforderungen hervor, mit denen progressive und liberale Parteien wie die SPÖ konfrontiert waren. “Der EU-Wahlkampf war angesichts des Krieges in der Ukraine, wachsendem Egoismus, Nationalismus und von rechten Populisten geschürtem Neid und Zwietracht eine schwierige Herausforderung”, erklärt Kaiser. Diese Bedingungen hätten rechten Kräften Auftrieb gegeben, doch die SPÖ werde bessere Antworten und Rezepte finden.
Richtige Schlüsse für die Zukunft ziehen
Landesgeschäftsführer Andreas Sucher betont die Bedeutung der EU-Wahl als wegweisend für die kommenden Herausforderungen. “Am Ende müssen wir die richtigen Schlüsse aus dem Ergebnis ziehen. Das war jetzt sowas wie das Qualifying. Im Herbst geht’s dann bei der Nationalratswahl um alles”, sagt Sucher. Ziel sei es, die SPÖ mit Andi Babler in Regierungsverantwortung zu bringen und Österreich fairer und gerechter zu machen. Bis dahin müsse das Team kontinuierlich verbessert werden.
Engagement und Dankbarkeit
Claudia Arpa, Spitzenkandidatin der SPÖ Kärnten, analysiert die Wahl ähnlich. “Es war eine schwierige Wahlauseinandersetzung. Persönlich und seitens der SPÖ haben wir mit Leidenschaft versucht, die Menschen von den Vorteilen der EU zu überzeugen”, sagt Arpa. In krisenhaften Zeiten sei dies schwieriger, während es den radikalen Rechten leichter falle, Angst, Neid und Zwietracht zu säen. Das Ergebnis sei daher ein Auftrag, die richtigen Schlüsse zu ziehen und das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.