Charity
Engelhorn spendet halbe Million Euro nach Kärnten
Die Millionenerbin Marlene Engelhorn hat ihr Vermögen durch einen Bürgerrat verteilen lassen. Mehr als eine halbe Million Euro geht dabei an Initiativen in Kärnten, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben und ihre Forderung nach höheren Steuern für Reiche zu unterstreichen.
Das Geld fließt an verschiedenste Initiativen, darunter große und kleine Vereine aus den Bereichen Klima, Soziales und Integration. Die Auswahl der Organisationen basierte auf deren Seriosität und der langfristigen Nutzung der Gelder.230.000 Euro für Verein Together
Der größte Anteil von über 230.000 Euro geht an den Verein Together in Kärnten, dem derzeit die Schließung zweier Restaurants droht. Diese bieten warmes Essen für alle an. Obfrau Julia Petschnig ist dankbar für die Unterstützung, die es dem Verein ermöglicht, Außenstände zu begleichen und notwendige Umstrukturierungen vorzunehmen.
Unterstützung für Frauenhäuser
Jeweils 60.000 Euro gehen an die Frauenhäuser im Lavanttal, in Klagenfurt, Villach und Oberkärnten. Geschäftsführerin Angelika Hinteregger zeigt sich überrascht und erfreut über die unerwartete Unterstützung, die es ermöglicht, Frauen in Notlagen besser zu unterstützen und alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel, Kindergartenkosten und Skikurse zu finanzieren.
Förderung für Obdachlose
Rund 50.000 Euro erhält die Kärntner Allgemeine Zeitung zur Förderung Obdachloser. Das Geld wird über mehrere Jahre hinweg verteilt, um eine nachhaltige Unterstützung zu gewährleisten. Marlene Engelhorn, die seit Jahren höhere Steuern für Millionäre fordert, möchte mit dieser Aktion ein Zeichen setzen und der Gesellschaft etwas zurückgeben.
90 Prozent des Erbes verschenkt
Engelhorn ist eine Nachfahrin des Gründers des deutschen Chemieriesen BASF, Friedrich Engelhorn. Die 32-Jährige zählt zu den Mitgründerinnen der Initiative „Tax me now“, die sich für eine höhere Besteuerung wohlhabender Menschen einsetzt. Im Januar kündigte Engelhorn an, 90 Prozent ihres Erbes zu verschenken. Die Entscheidung über die Verteilung des Geldes traf ein 50-köpfiger „Guter Rat für Rückverteilung“. Die zufällig ausgewählten Mitglieder im Alter von 17 bis 85 Jahren berieten bei sechs Wochenendtreffen von März bis Juni in Salzburg über die Verteilung des Vermögens.
Unabhängige Entscheidungen
„Sie und ihre Mitstreiter hätten vollkommen unabhängig entscheiden können“, sagte Ratsmitglied Angelika Taferner. Engelhorn will mit dieser Aktion ein Zeichen setzen und fordert weiterhin höhere Steuern für Millionäre.