Siegfried Huber
„Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen!“
Die Landespolizeidirektion kündigte eine „Aktion scharf“ bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen in der Erntezeit an. Kritik erntet sie dafür von Landwirtschaftskammer-Präsidenten Siegfried Huber.
In einer Schwerpunkt-Aktion widmet sich die Verkehrspolizei in der Erntezeit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Die Aktion dient als Beitrag zur Anhebung der Verkehrssicherheit, kündigte die Landespolizeidirektion Kärnten heute an („KLiCK Kärnten“ berichtete).
Aktion nicht nachvollziehbar
Auf diese Ankündigung reagiert die Landwirtschaftskammer Kärnten mit großem Unverständnis. „Für uns ist die Aktion der Verkehrspolizei, die ausschließlich auf die bäuerliche Berufsgruppe abzielt, nicht nachvollziehbar. Unserem Wissen nach hat es in den vergangenen Jahren weder eine Anhäufung von Unfällen, noch von Übertretungen oder sonstigen Grund zur Beanstandung gegeben, die eine ‚Aktion scharf‘ rechtfertigen würden. Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, kritisiert Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber.
Stressigste Zeit des Jahres
Die Kärntner Bauern sind sich, so Huber, ihrer Verantwortung bewusst und tragen selbstverständlich zur Sicherheit auf Kärntens Straßen bei. „Zeitraubende Kontrollen zur stressigsten Zeit des Jahres, wo oft Minuten über ein günstiges Wetterfenster zum Einbringen der Ernte entscheiden, sind für uns einfach überzogen“, betont Huber. Er möchte diesbezüglich auch das Gespräch mit Landespolizeipräsidentin Michaela Kohlweiß suchen.
Aufklärungskampagne der Landwirtschaftskammer
Huber weist auch darauf hin, dass gefährliche Situationen während der Erntezeit zumeist nicht durch Erntemaschinen, sondern durch Drängler und Raser entstehen. Die Landwirtschaftskammer Kärnten rief heuer deshalb eine Aufklärungskampagne ins Leben, die um Verständnis und Rücksicht der übrigen Verkehrsteilnehmer wirbt. „Für die Landwirtschaft ist die Erntezeit die wichtigste Zeit des Jahres, die über den betrieblichen Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Mit dem, was wir während des Ernteverkehrs transportieren, stellen wir die regionale Versorgung mit Lebensmitteln sicher. Ich appelliere daher an Autofahrer, für ein gutes Miteinander im Straßenverkehr Rücksicht zu nehmen und in den kommenden Wochen etwas mehr Geduld als sonst aufzubringen“, erklärt Huber.