Wie der ORF-Kärnten in seiner Online-Ausgabe berichtet, sind in Österreich mittlerweile 130.000 Menschen von Demenz oder der speziellen Form Alzheimer betroffen, in Kärnten sind es 8.000. Bis 2050 könnte sich diese Zahl verdoppeln, sagen Fachleute zwei Tage vor dem Weltalzheimertag. Sehr oft werden betroffene Menschen von nahen Angehörigen gepflegt, was für die Pflegenden eine enorme Belastung darstellt.
Knappe Personalsituation
Alleine gelassen müsse sich niemand fühlen, hieß es am Donnerstag seitens des Landes Kärnten. Erste Diagnosestellungen seien niederschwellig über die Diakonie möglich, auch zu Hause. In mehr als 100 Kärntner Gemeinden gäbe es mittlerweile mobile Hilfsangebote. „Was ein bisschen die Herausforderung dabei ist, ist die personelle Situation der mobilen Dienste derzeit, weil sie halt doch eher knapp bestückt sind“, sagte die zuständige Landesrätin Beate Prettner.
Große Unterstützung durch Selbsthilfegruppen
In den vier Selbsthilfegruppen in Kärnten können sich Angehörige austauschen, oft kommen sie aber erst sehr spät. “Vor allem in der Anfangsphase können sich demenzkranke Menschen gut verstellen”, sagte Christine Leyroutz, Psychologin und Demenzexpertin. „Teilweise halten die erkrankten Menschen einfach eine Fassade aufrecht, dass man glaubt, es fehlt ihnen gar nichts.“ So erfolgt oft eine zu niedrige Pflegegeldeinstufung. Damit seien die Kosten aber nicht zu decken, daher sollten solche Gutachten beeinsprucht werden, hieß im Bericht weiter. “Geraten wird zu Aufzeichnungen, was etwa über einen Zeitraum von 14 Tagen in der Betreuung alles gemacht werden musste”, sagte Leyroutz. „Weil damit können die Gutachter einfach besser etwas anfangen und das schlägt sich dann auch in der Pflegestufe nieder.“