Gemeinderatssitzung
SPÖ kritisiert Anhebung der Kosten für Betreuung in Schulen
Der Gemeinderat der Stadt Feldkirchen beschloss gestern die Erhöhung der Tarife für Ganztagsschulen und Nachmittagsbetreuung. SPÖ-Vizebürgermeister Alexander Kröll übt daran heftige Kritik.
© Gernot Gleiss
Ein Nachspiel hat die Gemeinderatssitzung von gestern Abend in Feldkirchen. Konkret geht es um die beschlossene Erhöhung der Kosten für die Ganztagsschulen und die Nachmittagsbetreuung in den Feldkirchner Volksschulen. „Es ist mir unverständlich, dass man genau jetzt eine Erhöhung der Tarife durchführt. Insbesondere, weil Familien auch mit den finanziellen Folgen der Pandemie zu kämpfen haben“, kritisiert Vizebürgermeister Alexander Kröll (SPÖ).
Erhöhung von mehr als 20 Prozent
Laut ihm fällt die Erhöhung mit einer durchschnittlichen Steigerung von mehr als 20 Prozent massiv aus. „Man fragt sich schon: Welchen Stellenwert hat Bildung für die ÖVP-FPÖ-Koalition in Feldkirchen eigentlich?“, findet Kröll im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ klare Worte. Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) entgegnet: „Ganztagsschule und Nachmittagsbetreuung kosten die Stadt im Jahr 40.000 Euro.“ Weil auch Förderungen des Bundes und des Landes rückläufig sind, ist diese Erhöhung, so Treffner, notwendig. Kröll bleibt bei seinem Standpunkt: „ÖVP und FPÖ setzen falsche Prioritäten: Eltern mit Kindern müssen ent- statt belastet werden.“
Unterschiede zwischen Stadt und Land
Der SPÖ stößt auch der Umstand sauer auf, dass es beträchtliche Unterschiede zwischen den Betreuungskosten an ländlichen Schulen mit 95 Euro monatlich für fünf Tage Betreuung in der Woche und an den Stadtschulen mit 60 Euro gibt. „Das führt früher oder später zu einem unnötigen Konkurrenzkampf und zu einem Abzug der Schüler aus den Schulen am Land“, betont Kröll. Um dem entgegenzuwirken kündigt Bürgermeister Treffner an, die Kosten zu vereinheitlichen: „Das geht nicht von heute auf morgen, sondern in Etappen in den nächsten Jahren.“
Sollten die Kosten für Ganztagsschule und Nachmittagsbetreuung in Einzelfällen schwer leistbar sein, verweist Treffner auf finanzielle Unterstützung der Stadt. „Bei sozialen Härtefällen können sich Betroffene an das Sozialreferat der Stadt wenden“, stellt Treffner klar. Bisher gibt es, so der Bürgermeister, 17 solcher Fälle im Jahr.
Konzept für Schulstandorte
Kröll übt auch Kritik daran, dass ein Schulstandorte-Konzept in Feldkirchen fehlt. Ein solches ist nötig, um die Schulen zu erhalten und die Standorte zu stärken. „Ein Konzept würde uns auch erlauben, Mittel aus dem Schulbaufonds abzurufen, in den wir jährlich rund 231.000 Euro einzahlen, aber ohne Schulstandorte-Konzept keine Mittel entnehmen können“, bemängelt Kröll. Als Beispiel führt er die aktuell anstehende Sanierung der Volksschule St. Martin an: „Diese Sanierung geht mit rund 24.400 Euro auch zu hundert Prozent zulasten der Stadt.“
