Kelag
Speicher Hochwurten: Service für die „grünen Batterien“
Kärntens Energie-Dienstleister „Kelag“ investiert zwei Millionen Euro in Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten beim Hochwurtenspeicher der Kraftwerksgruppe Fragant. Rund 20 Fachkräfte sind im Einsatz.
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In 2.400 Metern Seehöhe liegt der Speicher Hochwurten, der mit dem Großsee über einen Stollen verbunden ist. Mit diesem bildet er ein Doppelspeichersystem und gehört zu den großen Speichern der Kraftwerksgruppe Fragant. „Das rund fünfzig Jahre alte Dammbauwerk Hochwurten ist in einem sehr guten Gesamtzustand“, sagt Christian Rupp, Leiter der Abteilung „Erzeugung und technische Services“. Die Kelag traf nachhaltig und vorausblickend die Entscheidung, neben umfangreichen Kontrollen die Abdichtung zwischen Damm und Felsflanke auf der rechten Seite zu erneuern. Nach dem vollständigen Entleeren des Speichers entfernten Fachkräfte an dieser Stelle den Spritzbeton und die alte Dichtungsmasse.
„Jetzt tragen wir eine neue Hydraton-Dichtung auf, die wir wieder mit Spritzbeton gegen Steinschlag und Eisschollen schützen. Nach Abschluss dieser Arbeiten ist der weiterhin sichere Betrieb des Damms für Jahrzehnte gewährleistet“, fasst Rupp zusammen.
Arbeiten im Hochgebirge
Die Arbeiten am Alpenhauptkamm in 2.400 Metern Seehöhe sind wegen des Wetters stets eine Herausforderung. „Es kann jederzeit winterlich und stürmisch werden“, begründet Projektleiter Mario Körbler. Zusätzlich sind die Sedimentrückhaltung und die Beobachtung des Gletscherzuflusses im Speicher enorm wichtig für die Sicherheit der Arbeitskräfte. „Bei starkem Regen müssen wir mit zehn Kubikmetern Wasser pro Sekunde umgehen können. Deshalb haben wir ein Gerinne gebaut, so dass das Wasser durch den Stollen in den Großsee abfließen kann, ohne die Bauarbeiter und die Baustelle zu gefährden. Zusätzlich verhindern wir mit dem Gerinne den Austrag von Material aus dem Speicherboden“, schildert Körbler. Vor Beginn der Arbeiten beim Hochwurtenspeicher wurden der Damm, die unter Wasser liegenden Anlagenteile und die Topografie von einem Tauchroboter untersucht.
Speicher als „grüne Batterien“
Der Hochwurtenspeicher hat einen Nutzinhalt von 13 Millionen Kubikmeter und ist durch einen Stollen mit dem Großsee verbunden, der 14 Millionen Kubikmeter nutzbaren Inhalt hat. Der Doppelspeicher Hochwurten-Großsee ist eines der großen Speichersysteme der Kelag in der Kraftwerksgruppe Fragant. „Sie ist mit ihren Pumpspeicherkapazitäten das Herzstück der Stromerzeugung der Kelag“, betont Christian Rupp. Die Anlagen sind sehr flexibel einsetzbar, so dass sie Erzeugungs — und Nachfrageschwankungen rasch ausgleichen können. „Wenn die Kunden sehr viel Strom brauchen, gehen wir mit den Maschinensätzen innerhalb kürzester Zeit ans Netz und erzeugen Spitzenstrom. Die Speicherseen dienen in diesem komplexen System als ‚grüne Batterien‘, in denen wir Strom indirekt speichern können. Ihre Bedeutung wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter zunehmen. Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass sie hoch verfügbar, also immer einsatzbereit sind“, betont Rupp.
Wissenswert
In der Kraftwerksgruppe Fragant nützt die Kelag Wasser in drei Ebenen. Der Hochwurtenspeicher befindet sich auf der höchstgelegenen Ebene in 2.400 Metern Seehöhe. Das Wasser aus dem Hochwurtenspeicher wird über die drei Kraftwerk-Stufen Zirknitz, Innerfragant und Außerfragant (700 Meter Seehöhe) zur Stromerzeugung genutzt, aber auch vom Wurtenspeicher in den Oscheniksee gepumpt.
