Gesundheit
“Wohin gehst du, wenn dir die Seele weh tut?”
Psychische Erkrankungen werden laut Schätzungen bis 2030 die häufigsten Krankheiten sein.
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Paul Pizzera und Otto Jaus sind für ihre Songs mit starken Botschaften bekannt. So ist es auch mit “Klana Indiana”, das die beiden vor zwei Jahren veröffentlichten. Darin fragt Paul seinen Freund Otto, wo er denn hingehe, wenn ihm der Fuß bzw. der Hals weh tun würde. Seine Antworten: Zum Orthopäden und zum HNO-Arzt. “Und wo gehst hin, wenn dir die Seele weh tut?” “Zur Therapie”, meint Otto. Daraufhin die Frage: “Is des wos zum schaman?” “Nope”, ist die schlichte aber bedeutungsschwere Antwort von Jaus.
Resilienz stärken
Schätzungen zufolge werden psychische Erkrankungen bereits 2030 die häufigsten aller Erkrankungen sein. Zehn Prozent der Krankenstandstage im letzten Jahr waren auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, das ist dreimal soviel wie vor dreißig Jahren.
In diesem Zusammenhang wird oft der etwas sperrige Begriff der “Resilienz” verwendet. Was heißt dieser? Psychische Resilienz bedeutet Widerstandsfähigkeit der Psyche. Sie macht es Menschen möglich, sich an herausfordernde Lebensbedingungen anzupassen und sich von krisenhaften Ereignissen zu erholen. Manche Schritte kann man selbst setzen, vom einfachen Spaziergang über Sport bis zu Gesprächen mit Freuden oder auch mehr Schlaf. In manchen Fällen ist man jedoch auch auf andere und insbesondere professionelle Hilfe angewiesen.
Am wichtigsten ist es, dass man sich nicht für seine psychische Erkrankung schämen darf, denn es kann wirklich jeden treffen. Wenn die Seele leidet, gibt es Hilfe, doch noch immer scheuen sich viele Menschen davor, Angebote anzunehmen.