Kärnten
Wolf: Schutzstatus wird gesenkt
Der Europarat hat beschlossen, den Schutzstatus des Wolfes zu lockern, was eine leichtere Bejagung ermöglichen soll. Die Entscheidung stößt in Kärnten auf breite Zustimmung, während der WWF scharfe Kritik übt.
Der Wolf polarisiert: Kärnten begrüßt die Lockerung, der WWF warnt vor den Folgen.© Symbolfoto: Pixabay
Die Kärntner Landwirtschaftskammer und Almwirtschaftsvereine begrüßen die Senkung des Schutzstatus. Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber sprach von einem „Sieg des Hausverstands“, da sich der Wolf unkontrolliert ausbreite und nicht vom Aussterben bedroht sei. Auch Landesrat Martin Gruber (ÖVP) zeigte sich erleichtert und bezeichnete die Entscheidung als „wichtigen ersten Schritt“ für ein EU-weites Wolfsmanagement.
Kritik von Naturschutzorganisationen
Der WWF sieht in der Entscheidung ein „falsches Signal“ und fordert stattdessen verstärkten Herdenschutz. WWF-Experte Christian Pichler warnte vor möglichen negativen Folgen der Lockerung.Das Vorgehen sei wissenschaftlich nicht gedeckt und könne insgesamt kontraproduktiv wirken
Hintergrund
Die EU schätzt die Zahl der Wölfe in Europa auf 20.300, mit etwa 65.000 jährlich gerissenen Nutztieren. Innerhalb von drei Monaten könnte ein Veto die Senkung des Schutzstatus noch verhindern, gilt jedoch als unwahrscheinlich.
LK: „Hausverstand gesiegt“
Die Kärntner Landwirtschaftskammer begrüßt die Senkung des Schutzstatus: „Jetzt endlich hat der Hausverstand über die Ideologie gesiegt“, sagt LK-Präsident Siegfried Huber. Wölfe breiteten sich unkontrolliert aus und seien nicht bedroht.
Almwirtschaft: Unverantwortlicher Schutz
Laut Josef Obweger vom Kärntner Almwirtschaftsverein reißen Wölfe jährlich 65.000 Nutztiere in der EU. Ein bedingungsloser Schutz sei unverantwortlich.
Gruber: Erstes Umdenken
Landesrat Martin Gruber (ÖVP) sieht in der Entscheidung den Beginn eines EU-weiten Umdenkens: „Der erste Schritt zur längst fälligen Absenkung des Schutzstatus ist getan.“ Kärnten setze bereits auf Wolfsverordnungen und Weideschutzgesetze.
Jägerschaft: Balance schaffen
Landesjägermeister Walter Brunner begrüßt die Entscheidung als Schritt zu einer Balance zwischen Mensch und Wild.
FPÖ und Team Kärnten: Überfälliger Schritt
Die FPÖ und Team Kärnten sprechen von einer lang ersehnten Entscheidung, die Bauern und Almen entlaste. Wölfe seien in der Kulturlandschaft fehl am Platz.


