Todesschuss
War es doch Mord?
Neues Gutachten zum Drama in der Türkkaserne in Spittal belastet beschuldigten Wachsoldaten schwer.
Im Oktober starb ein 21-jähriger Grundwehrdiener im Wachlokal der Türkkaserne in Spittal an der Drau, nachdem ihn ein Schuss aus der Dienstpistole eines Wachsoldaten getroffen hatte. Nunmehr schließt ein aktuelles Sachverständigen-Gutachten aus, dass sich der Schuss versehentlich gelöst haben könnte. Wie die Kleine Zeitung berichtet, liegt das mit Spannung erwartete, ausführliche Gutachten des Schuss-Sachverständigen jetzt vor. Und der beauftragte Experte legt sich fest: „In Anbetracht der Gesamtspurenlage hat der Beschuldigte im Wachlokal der Türk-Kaserne auf das Opfer einen Schuss abgegeben.“
Versehentliche Schussabgabe ausgeschlossen
Der Schütze, ein Wachsoldat (21), ist laut Gutachter „ungefähr in der Raummitte gestanden und hat die Pistole aus Bauchhöhe in Richtung Eingangstür abgefeuert“. Der Soldat könnte den Schuss jedoch auch im Sitzen abgefeuert haben. Mit dem gleichen, tödlichen Ergebnis. Der Schuss traf das in zwei Meter Entfernung stehende Opfer in den Oberkörper, ehe es wieder austrat und den Türrahmen zur angrenzenden Kanzlei durchschlug. Dabei erlitt der 21-jährige laut Gerichtsmedizinerin einen Lungendurchschuss, an dessen Folge er verblutet ist. Dass dies eine versehentliche Schussabgabe war, wie der Beschuldigte ausgesagt hat, schloss der Schusswaffenexperte schon in seiner ersten Stellungnahme aus. Im aktuellen Gutachten wird er noch deutlicher: „Eine Schussauslösung kann nur in Verbindung mit einer Abzugsbetätigung erfolgen“, schreibt er.
Sicherungen ohne Mängel
„An den Sicherungen der Waffe sind keine Mängel erkennbar gewesen” bemerkt der Schußwaffen-Experte. Die waffentechnische Untersuchung ergibt laut Gutachter, dass „sich die Pistole in einem ordnungsgemäßen Zustand“ befindet. Auch bei Versuchsschüssen hat die Waffe störungsfrei funktioniert. Der Schütze — für ihn gilt die Unschuldsvermutung — befindet sich weiter in Untersuchungshaft.
