KAC-Erinnerungen
„Ich vermisse sie, die durchnässte Hose!“
Heute Abend kann der EC KAC im fünften Semifinalspiel gegen Red Bull Salzburg (Beginn um 19.30 Uhr) den Einzug ins Finale der Ice-Hockey-League fixieren. Das nimmt KLiCK-Chefredakteur Peter Kowal zum Anlass, um seine ganz persönliche Erinnerung an den letzten Meistertitel des KAC aus seinem Archiv zu kramen.
Ein Rückpass ins Jahr 2019. Jeder eingefleischte KAC-Fan erinnert sich an den 24. April 2019 – die Vollendung der „Mission 31“. Finalspiel Nummer sechs gegen die Vienna Capitals in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadthalle Klagenfurt: Der leider viel zu früh verstorbene Adam Comrie erzielte in der Overtime das „Championship Winning Goal“. Der KAC gewann das Spiel (3:2), die Final-Serie (4:2) und kürte sich zum Österreichischen Eishockeymeister – zum 31. Mal.
Rot-Weißes-Tollhaus
Die Bierbecher (die meisten gefüllt!) flogen auf den Zuschauerrängen in die Höhe. Niemanden hielt es auf den Sitzen. Die Stadthalle verwandelte sich endgültig in ein Rot-Weißes-Tollhaus, als Kapitän David Fischer um 23.29 Uhr den Meisterpokal, die Karl-Nedwed-Trophy, in die Höhe stemmte. Mittendrin, statt nur dabei, eine Glaneggerin, ein Feldkirchner und eine durchnässte Hose. Konkret: meine Lebensgefährtin, ich und mein Kleidungsstück, das üblicherweise die Beine bedeckt.
Unglück in der ersten Drittelpause
Das Unglück geschah nicht im Augenblick des KAC-Triumphes, sondern bereits in der ersten Drittelpause. Ich hatte wieder Platz genommen, als eine Sitznachbarin (nein, nicht meine Lebensgefährtin!) mit zwei Bechern Bier und zwei Brezen in ihren Händen an mir vorbei drängte. Eigentlich sah ich das Unglück kommen, ihr Gang wirkte ein wenig unkoordiniert. Es kam, wie es kommen musste: Obwohl ich saß, kollidierten wir – und mein eigener Becher Bier entleerte sich. Die Konsequenzen: Hose nass, Kehle trocken (zumindest ein Drittel lang)!
„Das war jetzt nicht ich, oder?!“
Die Übeltäterin nahm ohne mit der Wimper zu zucken wieder neben mir Platz und würdigte mich keines Blickes. Eine Entschuldigung? Fehlanzeige! Im Laufe des zweiten Drittels drehte sich ihr Kopf plötzlich zu mir, ihre Augen erblickten meine Hose und sie fragte unschuldig wie ein Lamm: „Das war jetzt nicht ich, oder?!“ Nein. Wegen des spannenden Spiels waren meine Gemüter so erhitzt, dass ich freiwillig mein Bier opferte und mich abzukühlen versuchte?!
Keine Fans in der Halle
Was soll‘s?! Der KAC wurde Meister! Jubel, Trubel und Heiterkeit kannten keine Grenzen. Und heute? Mittlerweile bald zwei Jahre später? Keine Fans in der Halle, keine Stimmung! Ja, ich vermisse sie – die durchnässte Hose!
