Villach

Leser­brief: Gewinn vs. Pie­tät

Während Villach um die Opfer des Terroranschlags trauert, entschieden sich einige Gastronomen, trotz der Absage des offiziellen Faschingsumzugs weiterzufeiern – eine fragwürdige Prioritätensetzung.

Leser­brief: Gewinn vs. Pie­tät Trotz der Tragödie hielten einige Wirte an ihren Faschingsplänen fest – und sorgten damit für Kopfschütteln.

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Es ist ver­ständ­lich, dass die Vil­la­cher Wir­te ihr Geschäft nicht ruhen las­sen wol­len. Schließ­lich ist der Fasching ein Umsatz­ga­rant, die Bier­fäs­ser sind bestellt, die Per­so­nal­plä­ne geschrie­ben, die Gewin­ne ein­ge­plant. Die Stadt Vil­lach hat den offi­zi­el­len Umzug nach dem Ter­ror­an­schlag aus Pie­tät abge­sagt – eine Ent­schei­dung, die man aus mora­li­scher Sicht kaum kri­ti­sie­ren kann.

Doch eini­ge Gas­tro­no­men sehen das offen­bar anders: Wenn die Stadt nicht fei­ert, dann fei­ern sie eben selbst. Man muss schon stau­nen über die­se bemer­kens­wer­te Prio­ri­tä­ten­set­zung. Wäh­rend Fami­li­en um ein ermor­de­tes Kind trau­ern und Ver­letz­te um ihre Gene­sung kämp­fen, wäh­rend die Stadt mit den Fol­gen eines unfass­ba­ren Ver­bre­chens ringt, dre­hen sich auf dem Rat­haus­platz die Zapf­häh­ne.

Wäh­rend ande­re inne­hiel­ten, haben eini­ge beschlos­sen, dass das Geschäft wei­ter­ge­hen muss.   Natür­lich, es gibt auch die ande­re Sicht­wei­se: „Der Ter­ror darf nicht gewin­nen.“ Aber wenn die Lek­ti­on aus einem Mord­an­schlag ist, dass wir trotz allem fei­ernd auf der Stra­ße ste­hen müs­sen, dann ist unse­re Defi­ni­ti­on von Wider­stand erschre­ckend banal gewor­den. Fasching als Boll­werk gegen den Ter­ror?

Welch edle Mis­si­on. Viel­leicht könn­te man zukünf­tig auch ande­re Kata­stro­phen mit Ver­gnü­gungs-Ver­an­stal­tun­gen bekämp­fen: Flut­op­fer mit einer Schaum­par­ty auf­mun­tern oder eine Schwei­ge­mi­nu­te mit einer Hap­py Hour beglei­ten? Der Ver­zicht auf ein paar Stun­den aus­ge­las­se­ner Feie­rei wäre kein Zei­chen der Schwä­che gewe­sen – son­dern eines von Anstand. Es hät­te gezeigt, dass Vil­lach mehr ist als ein Ort, in dem Tra­di­ti­on nur zählt, solan­ge sie in der Kas­sa klin­gelt. Statt­des­sen bleibt ein scha­ler Nach­ge­schmack: Man kann alles ver­kau­fen, sogar Pie­tät.

Mit nach­denk­li­chen Grü­ßen

26.02.2025 11:01 - Update am: 26.02.2025 14:42
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Leser­brief: Gewinn vs. Pie­tät Trotz der Tragödie hielten einige Wirte an ihren Faschingsplänen fest – und sorgten damit für Kopfschütteln.

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