Leserbrief

Die Per­ver­si­on digi­ta­ler Pie­tät­lo­sig­keit 

Eine unfassbare Tragödie – und skrupellose Fake-News: Die Mutter des ermordeten 14-Jährigen aus Villach soll sich das Leben genommen haben. Eine Lüge, die hunderte Male geteilt wurde – ohne Rücksicht auf die trauernde Familie.

Die Per­ver­si­on digi­ta­ler Pie­tät­lo­sig­keit Eine Lüge, gedankenlos verbreitet – und eine Familie, die noch mehr leidet.

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Ein Bild von zwei Hän­den, die eine bren­nen­de Ker­ze hal­ten, dazu der Text, dass sich die Mut­ter des ermor­de­ten 14-jäh­ri­gen Jun­gen aus Vil­lach das Leben genom­men habe. Eine Lüge – doch über 200 Mal geteilt. Gedan­ken­los. Skru­pel­los. Ohne Rück­sicht auf die Fami­lie, die bereits das Unvor­stell­ba­re durch­ma­chen muss.

Ein ver­meint­lich rech­tes Fake-Pro­fil soll die­se Falsch­mel­dung in die Welt gesetzt haben, doch die wah­re Ver­ant­wor­tung tra­gen all jene, die sie unge­prüft wei­ter­ver­brei­tet haben. Jeder Klick, jedes Tei­len die­ser abscheu­li­chen Lüge ist eine wei­te­re Demü­ti­gung für die Betrof­fe­nen. Eine Fami­lie, die ihr Kind ver­lo­ren hat, wird nun auch noch mit per­fi­den Gerüch­ten über­zo­gen. Das ist nicht nur geschmack­los – das ist die Per­ver­si­on digi­ta­ler Pie­tät­lo­sig­keit.

Und des­halb muss es auf­hö­ren. Jetzt. Es ist nicht „nur ein geteil­ter Bei­trag“, es ist eine Ent­schei­dung. Eine Ent­schei­dung zwi­schen Mensch­lich­keit und Mit­läu­fer­tum, zwi­schen Respekt und digi­ta­ler Ent­hem­mung. Wer sol­che Lügen wei­ter­ver­brei­tet, wird Teil eines mora­li­schen Ver­falls, der uns alle betrifft.

Also: Stopp! Bevor Ihr teilt. Bevor Ihr glaubt. Bevor Ihr mit­macht. Prüft, hin­ter­fragt, denkt nach – oder schweigt. Denn es gibt Momen­te, in denen Schwei­gen mehr Mensch­lich­keit zeigt als tau­send unüber­leg­te Klicks. Und die­ser Moment ist genau jetzt.

 

04.03.2025 07:54 - Update am: 04.03.2025 07:58
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Die Per­ver­si­on digi­ta­ler Pie­tät­lo­sig­keit Eine Lüge, gedankenlos verbreitet – und eine Familie, die noch mehr leidet.

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