Stöflins Vortrag begann mit einem scharfsinnigen historischen Abriss und einer tiefgründigen Analyse des menschlichen Verhaltens. In einem psychologischen Stresstest zeigte er auf, wie die Menschheit es in nur 150 Jahren beinahe geschafft hat, das über Jahrtausende gewachsene Gleichgewicht der Erde zu zerstören.
Anja Knafls eindrucksvolle Performance
Die junge Anja Knafl, die mit ihrer Kunst bereits auf großen Bühnen in Wien und Frankfurt überzeugt, zog das Publikum im Anschluss mit einer intensiven Körper- und Text-Performance in ihren Bann. Sie stellte die problematische, aber untrennbare Beziehung zwischen dem Homo Sapiens und der Erde dar. Ihre Performance zeigte den inneren Schrei der Erde, der in einem imaginären Glashaus verklingt, während der Mensch weiter an seiner Zerstörung festhält. Knafls Ausdruckskraft und ihre anarchistische Lauterkeit hinterließen einen bleibenden Eindruck und rüttelten das Publikum auf.
Appell an den Homo Sapiens
Knafl, die erst 20 Jahre alt ist, überzeugte nicht nur mit ihrem Talent, sondern auch mit einem Appell: Der Mensch muss aus seiner Geschichte lernen und Veränderungen selbst anstoßen, statt nur zu hoffen. Die Frage, wie der Homo Sapiens aus der Krise herausfindet, wurde in der anschließenden Debatte zwischen Stöflin und Knafl weiter vertieft.
Debatte über die Neue Weltordnung
Im zweiten Teil des Abends diskutierten die beiden, wie man etablierte Institutionen wie die UNO oder die WHO von ihrer destruktiven Selbstzerstörung befreien könnte. Der Schlüssel liege nicht in der Kapitulation vor den Herausforderungen, sondern darin, die „Bestie“ des Kapitalismus zu reiten und die Energie in eine positive Richtung zu lenken.
Applaus für den Appell zur Beteiligung
Mit viel Applaus endete der Abend, der den Zuschauern vor Augen führte, wie wichtig es ist, sich aktiv an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Der Appell war klar: Den Mächtigen darf nicht blind vertraut werden, stattdessen muss jeder Einzelne Verantwortung übernehmen.