Klagenfurt
Trinkgeld-Abgabe vor dem Aus
Eine Gesetzesänderung rückt näher: Die umstrittene Sozialversicherungsabgabe auf Trinkgelder könnte bald Geschichte sein. Die Gastronomie zeigt sich erleichtert und hofft auf rasche Umsetzung.
Ein Vorstoß mit Rückenwind
Die Forderung nach einer Abschaffung der Sozialversicherungsbeiträge auf Trinkgelder gewinnt an politischem Gewicht. Nach einer gemeinsamen Erklärung aller Landeshauptleute meldete sich nun auch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) mit einer überraschend deutlichen Einschätzung zu Wort. Laut Peter McDonald, Verwaltungsratsvorsitzender der ÖGK, sei der Beitrag zur Finanzierung der Sozialversicherung durch Trinkgelder „nicht relevant“ – sie machten nur etwa 0,5 Promille der Einnahmen aus.
Kärntens Gastronomie zeigt sich erfreut
Stefan Sternad, Fachgruppenobmann der Kärntner Gastronomie, begrüßt die Klarstellung durch die ÖGK und sieht darin eine Chance, ein lange kritisiertes System zu beenden. „Im Sinne unserer tüchtigen Mitarbeiter*innen und zur Entlastung der Betriebe wäre das eine wichtige Maßnahme“, sagt Sternad und richtet einen Appell an Sozialministerin Korinna Schumann: „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen gehören dringend angepasst – dieser Schritt ist überfällig.“
Trinkgeld als Anerkennung, nicht als Einkommensquelle
Trinkgelder sind für viele Beschäftigte in der Gastronomie ein Zeichen direkter Wertschätzung und sollen genau das auch bleiben – ohne bürokratische Belastung. Die Gastronomiebranche bleibt laut Sternad weiterhin hartnäckig: „Gute Dienstleistung zu belohnen, ist nichts Unanständiges. Es ist Zeit für eine klare, faire Lösung.“

