Essenszusteller
Finanzpolizei deckt Dutzende Verstöße auf
Bei großangelegten Kontrollen von Essenszustellern hat die Finanzpolizei mehr als 50 mutmaßliche Verstöße gegen arbeitsmarktrechtliche Bestimmungen festgestellt.
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Konkret nahmen die Beamtinnen und Beamten gestern 67 Betriebe oder Betriebsstätten und 75 Zusteller österreichweit unter die Lupe, wie das Finanzministerium mitteilte. In Kärnten waren es ein Betrieb und fünf Essenszusteller.
Beträchtlicher Teil arbeitet illegal
Befragungen im Vorfeld hätten bereits gezeigt, dass ein beträchtlicher Teil der freien Dienstnehmenden ihre Tätigkeit illegal ausübt. Bei 50 der geprüften Fällen besteht den Angaben zufolge der Verdacht einer falsch gemeldeten Dienstnehmereigenschaft. In drei Fällen waren Betroffene nicht bei der Sozialversicherung angemeldet und bezogen Arbeitslosengeld. Sieben weitere waren weder angemeldet noch hatten sie eine arbeitsmarktrechtliche Bewilligung. Ein Essenszusteller hatte zudem keinen ordnungsgemäßen Aufenthaltstitel. Der Einsatz fand in Kooperation mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) statt.
Mehr und mehr freie Dienstverhältnisse
Hintergrund der jüngsten Razzien war laut Finanzministerium, dass in den vergangenen Monaten zunehmend echte zu freien Dienstverhältnissen umgewandelt wurden. Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann hatte Anfang April angesichts des Lieferando-Stellenabbaus und des Wechsels zu selbstständigen Zustellern einen Fokus auf Plattformarbeit und Scheinselbstständigkeit angekündigt.
Foodora: Alle Zusteller angemeldet
Foodora betonte, es melde alle Zusteller „vor dem Tätigkeitsbeginn ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung“ an. Ihre Dokumente würden „während des Bewerbungsverfahrens gründlich geprüft und verifiziert“. Wolt ließ wissen, dass man noch nicht von den Behörden kontaktiert wurde, das Unternehmen aber „selbstverständlich“ bereit sei, mit diesen zusammenzuarbeiten. Bei Aufnahme neuer Kurierpartner werde überprüft, „ob sie über eine gültige Gewerbeberechtigung, eine Steuernummer und einen gültigen Aufenthaltstitel verfügen“. Lieferando wollte die „laufenden Erhebungen zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht kommentieren.
„Man versucht sich auf dem Rücken anderer Marktteilnehmer und vor allem auch der Beschäftigten Vorteile zu verschaffen“, sagte Finanzminister Markus Marterbauer. „Hier darf es keine Toleranz geben.“
