Kärnten
Ärzte im Warnstreik
Am Montag, dem 18. August, werden Kärntens Ärztinnen und Ärzte im Tarifstreit mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) die Arbeit niederlegen. Die Ordinationen werden erst um 10 Uhr aufsperren.
Kritik an der ÖGK
Die Ärztekammer hat schon seit einiger Zeit betont, dass die ÖGK Honoraranpassungen verweigert hat. Auch die steigenden Patientenzahlen seien nicht mehr abgegolten worden, und die Tarife seien nicht einmal an die Inflation angepasst worden. Immer weniger Ärzte hätten sich deshalb für offene Kassenstellen gefunden. Mit der höheren Lebenserwartung sei außerdem die Zahl älterer und schwerer kranker Patienten gestiegen – das System stoße dadurch an seine Grenzen.
ÖGK setzt auf Gespräche
Die ÖGK hat den Warnstreik bedauert und zu „Dialog statt Konfrontation“ aufgerufen. Generaldirektor Bernhard Wurzer hat erklärt, Lösungen gebe es nur am Verhandlungstisch. Er hat betont, es brauche einen Gesamtvertrag und mehr Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten.
Streit um Strukturen
Wurzer hat auch auf einen aktuellen Rohbericht des Rechnungshofs verwiesen. Darin sei vorgeschlagen worden, die neun Landesärztekammern zu entmachten und nur noch die Österreichische Ärztekammer als Vertragspartner zuzulassen. Das hätte Verhandlungen vereinfacht, sei aber noch nicht entschieden worden.
Weitere offene Fragen
Auch andere Themen sind weiter ungelöst geblieben – etwa eine Nachfolgeregelung für das seit Jahresbeginn verbotene Zahnfüllungsmaterial Amalgam. Wurzer hat betont, dass es auch hier auf die Verhandlungsbereitschaft der Ärztekammer angekommen sei.