Nachruf
Kärnten trauert um Nužej Tolmaier
Sein besonderes Anliegen war die Pflege und Weitergabe des slowenischen Liedguts, was in seiner Liedersammlung „Tiha zemlja – Liedgut aus Radsberg und seiner Umgebung“ einen bleibenden Ausdruck fand.
© LPD Kärnten/Bauer
Nužej Tolmaier, geboren am 23. August 1942 in Werouzach (Gemeinde Ebenthal), war seit 1965 im Dienste der Kultur tätig. Fast vier Jahrzehnte arbeitete er im Christlichen Kulturverband, später im Slowenischen Volkskundeinstitut Urban Jarnik, dessen Obmann er seit 2004 war. Unter seiner Leitung wurden bedeutende Forschungs- und Dokumentationsprojekte umgesetzt, eine umfangreiche Bibliothek und ein Archiv aufgebaut sowie das Museum für Alltagsgeschichte in Köstenberg/Kostanje eingerichtet.
“Liedgut aus Radsberg und seiner Umgebung”
Sein besonderes Anliegen war die Pflege und Weitergabe des slowenischen Liedguts, was in seiner Liedersammlung „Tiha zemlja – Liedgut aus Radsberg und seiner Umgebung“ einen bleibenden Ausdruck fand. „Mit der Kulturwoche der Kärntner Slowenen, die Tolmaier gemeinsam mit Mitstreitern 1993 ins Leben rief, hat er ein bis heute lebendiges Format der Begegnung und des Dialogs geschaffen – in einer Zeit, in der dies alles andere als selbstverständlich war“, betont Landeshauptmann Peter Kaiser. „Damit und mit seinem Gesamtengagement hat er Brücken gebaut, wo Gräben waren, und Vertrauen gefestigt, wo lange Misstrauen herrschte.“
Gründung der Slowenischen Musikschule
Ebenso setzte er sich für die Gründung der Slowenischen Musikschule in Kärnten ein. Für seine Verdienste erhielt Tolmaier zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Goldene Ehrenzeichen und das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich sowie 2022 den Dr.-Joško-Tischler-Preis für sein Lebenswerk. Im Jahr 2023 bekam er das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten.