Die Entscheidung des Gerichts, alle zehn Angeklagten freizusprechen, hat heftige Reaktionen ausgelöst. Für Petra Oberrauner ist das Urteil „ein schwerer Schlag für das Vertrauen in den Rechtsstaat“ und ein fatales Signal an Opfer sexualisierter Gewalt.
Kinder brauchen Schutz
Gerade bei Verfahren, die Kinder betreffen, müsse der besondere Schutz im Vordergrund stehen. „Kinder und Jugendliche können sich nicht selbst verteidigen und sind auf den Schutz durch Justiz und Gesellschaft angewiesen“, betont Oberrauner.
Forderung nach Reformen
Sie verlangt, dass das Urteil von der nächsten Instanz genau geprüft wird. Außerdem brauche es dringend Reformen im Sexualstrafrecht sowie Schulungen für alle Beteiligten in Justiz und Strafverfolgung. Opfer bräuchten stärkere rechtliche und psychologische Unterstützung.
Klare Haltung
Ein Freispruch in einem so gravierenden Fall dürfe nicht den Eindruck erwecken, dass sexualisierte Gewalt relativiert werde. Für Oberrauner gilt: „Ein Nein muss in jedem Fall respektiert werden. Der Rechtsstaat muss den Schutz der Schwächsten sicherstellen.“

