Gutachten-Debatte

Rabit­sch for­dert Ein­sicht – Schei­der recht­fer­tigt

Ein offener Brief von Vizebürgermeister Ronald Rabitsch an Bürgermeister Christian Scheider hat die Diskussion über Transparenz und finanzielle Verantwortung in der Landeshauptstadt Klagenfurt neu entfacht. Scheider reagiert nun mit einem ausführlichen Statement – und weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Rabit­sch for­dert Ein­sicht – Schei­der recht­fer­tigt (von links) Bürgermeister Christian Scheider und Vizebürgermeister Ronald Rabitsch stehen im Zentrum der aktuellen Diskussion über die Offenlegung von Stadtwerke-Gutachten.

© Harald Raffer / Nicolas Zangerle

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Kri­tik an feh­len­der Offen­le­gung

In sei­nem Schrei­ben vom 12. Novem­ber 2025 for­dert Rabit­sch die unver­züg­li­che Offen­le­gung meh­re­rer Gut­ach­ten, die von DDr. Ulrich Kraß­nig erstellt wur­den. Kon­kret han­delt es sich um Ana­ly­sen zur finan­zi­el­len Situa­ti­on der Stadt­wer­ke Kla­gen­furt (STW) sowie um eine Bewer­tung der Haus­halts­la­ge und Kon­so­li­die­rungs­stra­te­gie der Stadt. Finan­ziert wur­den die Arbei­ten laut Rabit­sch mit öffent­li­chen Mit­teln, wes­halb der gesam­te Stadt­se­nat Anspruch auf Ein­sicht habe.
„Die Gut­ach­ten wur­den mit Steu­er­geld bezahlt und sind somit Eigen­tum der Stadt Kla­gen­furt, nicht des Bür­ger­meis­ters oder einer Par­tei“, so Rabit­sch. Dass selbst die zustän­di­ge Finanz­re­fe­ren­tin bis­her nicht infor­miert wur­de, bezeich­net er als „befremd­lich“ und als Bruch mit dem Prin­zip der Trans­pa­renz.

 

Schei­der weist Vor­wür­fe zurück

Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schei­der betont in sei­ner Stel­lung­nah­me, dass er recht­mä­ßig gehan­delt habe: „Auf Grund der dro­hen­den Zah­lungs­un­fä­hig­keit und der finan­zi­el­len Situa­ti­on der Stadt ist es mei­ne Pflicht und mein Recht als Bür­ger­meis­ter und Eigen­tü­mer­ver­tre­ter, alle maß­geb­li­chen Infor­ma­tio­nen ein­zu­ho­len, um Ver­bes­se­run­gen für die Stadt zu errei­chen.“ Die Beauf­tra­gung der Gut­ach­ten sei kor­rekt über die Magis­trats­di­rek­ti­on abge­wi­ckelt wor­den. Da die jewei­li­gen Beträ­ge unter der 50.000-Euro-Grenze gele­gen hät­ten, sei kein Stadt­se­nats­be­schluss erfor­der­lich gewe­sen.

„Wir arbei­ten seit 2021 eng mit der BDO zusam­men. Auf die­ser Grund­la­ge wur­de ein Kon­so­li­die­rungs­bei­rat ein­ge­rich­tet, und im Zuge des­sen habe ich eine detail­lier­te Ana­ly­se der Stadt­wer­ke in Auf­trag gege­ben“, erklärt Schei­der.

 

Sen­si­bler Umgang mit Daten

Laut Schei­der ent­hal­ten die vor­lie­gen­den Unter­la­gen ver­trau­li­che wirt­schaft­li­che Daten der Stadt­wer­ke. „Die­se sind nicht für die Öffent­lich­keit bestimmt. Des­halb habe ich die Magis­trats­di­rek­to­rin ersucht, recht­lich abzu­klä­ren, in wel­chem Rah­men eine Ein­sicht mög­lich ist.“ Ein Daten­raum soll ein­ge­rich­tet wer­den, um Stadt­se­nats­mit­glie­dern die Ein­sicht zu ermög­li­chen. „Ich habe kein Pro­blem damit, die­ses Gut­ach­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len, sobald klar ist, wel­che Inhal­te frei­ge­ge­ben wer­den dür­fen“, so Schei­der wei­ter.

 

Poli­ti­sche Bewer­tung

Der Bür­ger­meis­ter ver­weist auch auf frü­he­re Auf­trags­ver­ga­ben: „In der Ver­gan­gen­heit wur­den zahl­rei­che exter­ne Bera­tun­gen beauf­tragt – alle unter der 50.000-Euro-Grenze –, die zusam­men eben­falls hohe Sum­men erga­ben.“

Abschlie­ßend betont Schei­der sei­ne Unab­hän­gig­keit: „Als direkt gewähl­ter Bür­ger­meis­ter bin ich der ein­zi­ge, der kei­ne Abhän­gig­kei­ten in jeg­li­cher Form hat. Die Par­tei­lich­keit ist als Bür­ger­meis­ter über­sprun­gen – ich bin ein­zig der Bevöl­ke­rung ver­pflich­tet.“

13.11.2025 09:05
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Rabit­sch for­dert Ein­sicht – Schei­der recht­fer­tigt (von links) Bürgermeister Christian Scheider und Vizebürgermeister Ronald Rabitsch stehen im Zentrum der aktuellen Diskussion über die Offenlegung von Stadtwerke-Gutachten.

© Harald Raffer / Nicolas Zangerle