St.Veit
Warum Zeit in der Palliativmedizin so kostbar ist
In der Palliativmedizin zählt nicht die Länge der Zeit, sondern ihre Qualität. Auf der Palliativstation in St. Veit/Glan steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen, seiner Würde und seinen Beziehungen im Mittelpunkt.
© Barmherzige Brüder
Gerade in der Advent- und Weihnachtszeit rückt etwas in den Mittelpunkt, das im Alltag oft fehlt: Zeit. Auf der Palliativstation „Johannes von Gott“ im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan ist sie kein Luxus, sondern ein zentraler Teil der Betreuung.
Hier geht es nicht nur um medizinische Versorgung, sondern um bewusste Zuwendung. „Die Palliativmedizin lebt von Teamarbeit“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Michael Zink, FESAIC, der gemeinsam mit OÄ Dr. Doris Lackinger die Station leitet. Ärzt:innen, Pflege, Psychologie, Seelsorge, Sozialarbeit und Ehrenamtliche arbeiten eng zusammen – mit einem gemeinsamen Ziel: den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen.
Ankommen statt Durchhalten
Viele Patient:innen spüren den Unterschied sofort. Der Alltag ist ruhiger, individueller, Gespräche bekommen Raum. Symptome werden gezielt gelindert, Therapien an die aktuelle Lebenssituation angepasst. „Viele erleben das Gefühl, anzukommen“, so Zink.
Auch Angehörige stehen im Fokus. Sie werden aktiv eingebunden, begleitet und entlastet – sei es durch Gespräche, Beratung oder einfach ein offenes Ohr. Niemand soll sich allein fühlen.
Besondere Zeit – besondere Momente
In der stillen Jahreszeit werden Emotionen intensiver. Kleine Rituale, Musiktherapie, seelsorgliche Gespräche oder ein festlich geschmückter Christbaum schaffen Geborgenheit. Manchmal werden ganz persönliche Wünsche erfüllt – ein letztes gemeinsames Fest, ein besonderer Jahrestag oder ein Moment bewusster Nähe.
Wichtig zu wissen: Die Palliativstation ist keine Sterbestation. Viele Patient:innen können dank mobiler Palliativbetreuung immer wieder nach Hause zurückkehren. Ziel ist es, Lebensqualität zu erhalten – mit Zeit, Würde und Menschlichkeit.
Ganz im Sinne des Leitgedankens der Barmherzigen Brüder:
„Das Herz befehle!“

