Bad Eisenkappel-Vellach
„Ante Pante“-Kirchleintragen
Das „Ante Pante“-Kirchleintragen ist ein jahrhundertealter Brauch in Bad Eisenkappel. Am 01.02.2026 treffen sich die Teilnehmer gegen 17.45 Uhr bei der ehemaligen Volksschule, um 18.00 Uhr startet der Marsch zum Hauptplatz, wo die Kirchlein gesegnet werden. Danach werden die Kirchlein bei der Hageneggbrücke in die Vellach gesetzt.
Termin und Treffpunkt
Am 01.02.2026 findet das „Ante Pante“-Kirchleintragen in Bad Eisenkappel statt. Treffpunkt ist gegen 17.45 Uhr bei der ehemaligen Volksschule am Ortsanfang. Nach der Eni-Tankstelle wird rechts abgebogen und dann gleich wieder links.
Ursprung im Mittelalter
Der Brauch des Kirchleintragens ist bis ins Spätmittelalter zurückgegangen. Damals ist Bad Eisenkappel von schweren Überschwemmungen der Vellach betroffen gewesen. Schutz haben die Bewohner nur in der höher gelegenen Kirche Maria Dorn gefunden. Um die Fluten zu besänftigen, ist eine Miniaturkirche mit einem Gelöbnis dem Fluss übergeben worden. Nachdem sich das Hochwasser zurückgezogen hat, ist das jährliche Kirchleintragen zur festen Tradition geworden.
Anzeige
Kirchlein und Prozession
In den Wochen vor dem 1. Februar haben die Kinder der Volksschule Bad Eisenkappel kleine Kirchen aus Holz, Pappe und Papier angefertigt. Am Abend des 1. Februar haben sich Kinder und Erwachsene vor der Schule versammelt. Die Kerzen in den Kirchlein sind entzündet worden, um 18 Uhr hat sich die Prozession in Bewegung gesetzt. Begleitet ist sie vom laut gerufenen Spruch „Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“.
Übergabe an die Vellach
Der Weg ist an der Pfarrkirche vorbeigeführt, wo die Kirchlein und die Teilnehmenden gesegnet worden sind. Danach ist die Prozession zur Schlossbrücke weitergezogen. Dort sind die leuchtenden Kirchlein der Vellach übergeben worden. Auf den Wellen haben sie getrieben, bis sie gekippt sind und ihr Licht langsam verloren haben. Manche sind noch mehrere hundert Meter weitergeschwommen.
Bedeutung des Spruchs
Der Ruf „Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“ ist halb lateinischen, halb slowenischen Ursprungs. Der erste Teil geht auf eine Verballhornung des Evangeliums von Maria Lichtmess zurück. Die zweite Zeile ist Mitte des 19. Jahrhunderts aus einem Scherz entstanden. Sinngemäß lautet die Übersetzung: „Ante pante populore, beim Kocel quietschen die Tore.“
Teil der Ortsgeschichte
Ein Blick auf die Geschichte der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach hat gezeigt, dass Naturkatastrophen über Jahrhunderte zum Leben im Tal gehört haben. Das „Ante Pante“-Kirchleintragen ist bis heute ein sichtbares Zeichen dafür, wie eng Brauchtum, Natur und Erinnerung miteinander verbunden geblieben sind.

