Wolf Memphis
„Mein Auftrag ist es, das Land zu elvisieren“
Für Wolf Memphis aus Wolfsberg steht fest: Wer Elvis noch nicht richtig kennt, dem geht was verloren im Leben. „KLiCK Kärnten“ hat ihn anlässlich der "Elvis Week" zum Gespräch getroffen.
Wenn man Wolf Memphis sprechen hört, dann entgeht einem die Leidenschaft nicht, mit der er jeden Satz unterstreicht. Dieser Mann lebt für das, was er macht — und zwar kompromisslos. Davon zeugt auch ein Blick auf seine Facebook-Seite. Zeigen Bilder ihn mit Gitarre und Cowboy-Hut posierend, gibt es wiederum andere, die weit in der Überzahl sind – darauf abgelichtet ist Elvis Presley. Und noch etwas anderes fällt rasch auf: Wolf Memphis ist kein Imitator! Doch wo nimmt eine solche Leidenschaft, die in diesem Ausmaß unvergleichlich ist, ihren Anfang? KLiCK Kärnten hat bei dem gebürtigen Wiener nachgefragt.
“Dann war es um mich geschehen”
„Meine Eltern waren wahnsinnig streng. Ich durfte nach 20 Uhr weder fernsehen noch Radio hören,“ blickt er auf seine Jugendzeit zurück. In den 1970er-Jahren habe er dann das erste Mal Radio Ö3 gehört und mitbekommen, dass eine Elvis-Presley-Story auf zwei Tage aufgeteilt gesendet werde. „Dann war es um mich geschehen“, schmunzelt Memphis. Was folgte, war keine kurzfristige Schwärmerei, sondern eine lebenslange Auseinandersetzung mit einem Künstler, der die Musikgeschichte geprägt hat wie kaum ein anderer. Ziel ist es, Interessierten das Leben von Elvis Presley mit Respekt, Tiefe und einem qualitätsvollen Gestus näherzubringen. Denn obwohl Elvis als Sinnbild der Rock- und Popkultur des 20. Jahrhunderts gilt, wissen viele Menschen erstaunlich wenig über sein tatsächliches Leben und Werk. „Mein Auftrag ist es, das Land zu ‚elvisieren‘“, lacht er und meint es aber doch ernst.
Archiv der Leidenschaft
Die Sammlung von Wolf Memphis ist umfassend und in dieser Form wohl einzigartig. Sie ist weniger Trophäenschau als vielmehr ein lebendiges Archiv. Neben Original-Elvis-Gitarren umfasst sie eine Vielzahl seltener Fotografien. Ein besonderes Stück ist ein signiertes Foto, das Elvis gemeinsam mit Muhammad Ali zeigt – auf der Rückseite mit „Kodak 1973“ beschriftet. Solche Exponate erzählen Geschichten, die über den Mythos hinausgehen und den Menschen Elvis greifbar machen. Einen Tag mit Elvis zu verbringen klingt verlockend, oder? “„Anfang des Jahres 1968 würde ich ihn kennenlernen – und versuchen, ihn von den Medikamenten wegzubringen. Ihm sagen, dass er auf sich aufpassen soll.“ In seiner Stimme liegt dabei weniger Fanromantik als ehrliche Sorge um den Künstler.
Elvis für die nächste Generation
Gerade bei den jungen Leuten müsse man mit der Vermittlung des Elvis-Werks beginnen, ist Memphis überzeugt. Dafür gibt es das Projekt elvis4school. „Dieses Projekt, das ich in Wien gestartet habe, liebe ich, und die Schüler sind auch begeistert. Sie sehen sich sofort bereichert.“ Interessierte können sich selbst überzeugen: An zwei Abenden gibt es in Wolfsberg eine “Gala um den größten Star aller Zeiten”. Teil davon ist eine Videoshow mit seltenen Elvis-Aufnahmen oder etwa Highlights mit Fotos und Texten von 1954 bis 1977, eine Gitarren-Ausstellung und natürlich greift Wolf Memphis auch selbst zum Instrument. „Mir geht es auch darum, dass man keine 08/15 Formate präsentiert. Ich versuche mich wirklich dadurch von anderen abzuheben.“
Veranstaltungstipp: Digitaler Veranstaltungskalender
Elvis Week Wolfsberg
- Termine: 27./28. Jänner 2026
- Ort: Wolfsberg, Rathaus — Festsaal
- Uhrzeit: 19 Uhr (Einlass)/20 Uhr (Beginn)
- Eintritt ist frei!
elvis4schools (27./28. Jänner 2026)
- Uhrzeiten: 9 ‑11 Uhr | 11.15–13.15 Uhr | 13.30–15.30 Uhr




