„Nur Ja heißt Ja“
Villach setzt klares Zeichen gegen Übergriffe
Die Stadt Villach richtet am Faschingssamstag eine Anlaufstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt ein. Erstmals steht sie unter dem Leitspruch „Nur Ja heißt Ja“ und setzt damit auf das Konsensprinzip.
© Stadt Villach/Astrid Kompan
Neue Anlaufstelle am Faschingssamstag
Am Faschingssamstag, dem 14. Februar, setzt die Stadt Villach erneut ein Zeichen für Respekt und Sicherheit. Für Betroffene von sexualisierter Gewalt und Grenzüberschreitungen steht eine Anlaufstelle zur Verfügung, die vertrauliche und rasche Hilfe bietet. Sie befindet sich im Container der Faschingsgilde am 8.-Mai-Platz und ist mit Expertinnen besetzt.
Konsensprinzip im Mittelpunkt
Der bisherige Leitspruch „Nein heißt Nein“ wird weiterentwickelt. Mit „Nur Ja heißt Ja“ rückt das Konsensprinzip in den Fokus. Entscheidend ist dabei, ob eine eindeutige Zustimmung vorliegt. Alles, was kein klares Ja ist, gilt als Nein. Hintergrund ist eine auf Bundesebene diskutierte Änderung des Sexualstrafrechts, die diesen Ansatz stärker verankern soll.
Verantwortung klar benannt
Frauenreferentin Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser betont, dass mit dem Konsensprinzip die Verantwortung klar bei den Täterinnen und Tätern liege. Menschen würden in Bedrohungssituationen unterschiedlich reagieren, etwa mit Angst oder Schockstarre, was niemals gegen Betroffene ausgelegt werden dürfe. Auch Frauenbeauftragte Alisa Herzog unterstreicht, dass sich nicht Betroffene rechtfertigen müssten, sondern Täterinnen und Täter.
Prävention bei Großveranstaltungen
Gerade bei Großveranstaltungen wie dem Faschingssamstag seien präventive Maßnahmen wichtig. Die Faschingsgilde unterstützt das Angebot von Beginn an. Ziel ist es, allen Besucherinnen und Besuchern ein sicheres Feiern zu ermöglichen. Sexuelle Belästigung, übergriffiges Verhalten und Grenzüberschreitungen sollen in Villach keinen Platz haben – unabhängig von Kostüm oder Situation.