Verkehr
Zahl der tödlich verunglückten Senioren gestiegen
147 Seniorinnen und Senioren kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, um 27 mehr als im Jahr 2024, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam.
© Kattnig
Die Zahl der Senioren, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, ist im Vorjahr um rund 23 Prozent gestiegen und damit fast doppelt so stark wie die allgemeine Zahl an Verkehrstoten, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des BMI zeigt. Mit 147 Todesopfern ist das die höchste Zahl seit dem Jahr 2012, als 154 Senioren im Straßenverkehr ihr Leben verloren. Die niedrigste Anzahl an älteren Verkehrstoten gab es im Jahr 2021 mit 99 und im Jahr 2017 mit 101.
Zwei Faktoren spielen eine Rolle
Auffallend ist, dass mit 110 fast dreimal so viele Senioren ums Leben kamen. Bei älteren Menschen ist die Zahl der im Ortsgebiet tödlich Verletzten deutlich höher, so ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Während insgesamt 26 Prozent bei Verkehrsunfällen im Ortsgebiet starben, waren es bei älteren Menschen 44 Prozent. „Das ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: Im Alter nimmt der Anteil der im Wohnumfeld zurückgelegten Wege zu und zweitens steigt der Anteil des Zu-Fuß-Gehens an der Mobilität. Für die Verkehrssicherheit ist Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet wichtig“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. 34 der im Vorjahr im Straßenverkehr tödlich verletzten Fußgänger waren Senioren.
E‑Bikes sind nicht zu unterschätzen
Am höchsten war die Anzahl älterer Verkehrstoten bei PKW-Insassen mit 52. Die Anzahl tödlicher PKW-Unfälle kann mit dem verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs reduziert werden. Zusätzlich zum Angebot können auch Anreize zum verstärkten Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr führen. Der VCÖ schlägt vor, dass Personen, die ihren Führerschein freiwillig abgeben, drei Jahre lang kostenlos ein Bundesland-Klimaticket erhalten. Die dritthöchste Opferzahl bei älteren Menschen verzeichneten im Vorjahr E‑Bikes. 22 Senioren kamen damit ums Leben, sieben davon in Niederösterreich und sechs in Oberösterreich. Im Burgenland und Wien gab es keinen tödlichen E‑Bike Unfall von der Generation 65+.
Aufmerksame Fahrweise
Mit dem Fahrrad wurden 20 Senioren bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt, die meisten in Niederösterreich und in Salzburg mit jeweils fünf. „Da für ältere Menschen aufgrund ihres Gesundheitszustands das Risiko tödlicher Verletzungen bei einem Unfall höher ist, sind für sie baulich getrennte, sichere Radwege besonders wichtig“, fordert Jaschinsky mehr Tempo beim Radwegeausbau. Selber kann man durch eine aufmerksame Fahrweise zur Unfallvermeidung beitragen und durch das Tragen eines Radhelms die Verletzungsschwere reduzieren.
Online-Tipp: vcoe.at
