Landespolitik
Windkraft-Zonierung: Einigkeit im Landtag
Der Kärntner Landtag hat eine Windkraft-Zonierung einstimmig beschlossen. Neue Projekte sind gebremst worden, ältere Anträge sind weiter im Verfahren geblieben.
Einstimmiger Beschluss
Im Kärntner Landtag ist eine Zonierung für Windräder einstimmig beschlossen worden. SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser hat betont, dass aus einem langen Streit ein gemeinsamer Weg geworden ist und es nach der Volksbefragung einen intensiven politischen Prozess mit sachlichem Austausch gegeben hat.
„Wer sich die Anfänge der Geschichte um die Windkraft-Standorte in Kärnten ansieht, der hätte den heutigen Beschluss wohl nicht für möglich gehalten: alle vier Landtagsparteien beschließen gemeinschaftlich eine Zonierung für Windräder. Das war nur möglich, da es seit der Volksbefragung einen intensiven politischen Prozess mit viel sachlichem Austausch gegeben hat“
Auch Landeshauptmann-Stellvertreter und Raumordnungsreferent Martin Gruber begrüßt den Landtagsbeschluss.
„Es ist gelungen, ein sehr heikles, aber strategisch wichtiges Thema zu lösen, das das Potenzial hatte, die Kärntner Gesellschaft zu spalten. Nun gibt es einen tragfähigen Kompromiss statt einem politischen Dauerkonflikt“, sagt Gruber.
Energie-Landesrat Sebastian Schuschnig dazu: „Wir haben eine Lösung gefunden, die Notwendiges in puncto Versorgungssicherheit mit dem Schutz von Landschaft und Natur in Einklang bringt. Zugleich erfüllen wir damit auch unsere EU-rechtlichen Vorgaben.“
Stopptaste für neue Projekte
SPÖ-Energiesprecher Christof Seymann hat erklärt, dass sich der Beschluss am Ergebnis der Volksbefragung orientiert hat. Für neu eingereichte Windkraftanlagen ist damit eine Stopptaste gedrückt worden.
Übergang für ältere Anträge
Seymann hat auch darauf hingewiesen, dass Projekte, die vor der Volksbefragung eingereicht worden sind, weiter nach der alten Lage abgewickelt worden sind. Damit seien rechtliche Risiken vermieden worden, insgesamt habe sich das auf ein „Hard Cap“ von 50 Windrädern in Kärnten zugespitzt.
Wir drücken also die Stopptaste, was die Errichtung neu eingereichter Windkraftanlagen angeht – um dem Ergebnis der Volksbefragung Rechnung zu tragen. Was allerdings vor der Volksbefragung eingereicht wurde, hat noch Anspruch auf ein Verfahren nach der alten Lage. Sonst würden wir uns in Kärnten unwägbaren rechtlichen Risiken aussetzen. Das läuft also auf ein „Hard Cap“ von 50 Windrädern in Kärnten hinaus“
Enge Grenzen bei Zonen
Bei der räumlichen Festlegung ist laut Seiser das Ziel verfolgt worden, die Zonierung so eng wie möglich zu halten. Die Grenzlinien sind rund um die eingereichten Projekte gezogen worden, damit es zu keiner Ausweitung gekommen ist.
Weitere Gespräche
Mit dem heutigen Landtagsbeschluss ist die 4‑Parteien-Einigung weitgehend umgesetzt. Offen ist noch die Analyse der Winterstrom-Lücke. Ein etwa einem Monat sollen die Österreichische Energieagentur die Ergebnisse vorlegen. Dann ist klar, wie viel zusätzliche Stromproduktion Kärnten vor allem im Winter benötigt, um den Bedarf zu decken. Außerdem wird die Energieagentur mögliche Szenarien vorlegen, wie Kärnten die Lücke schließen kann. Schuschnig kündigt an: „Sobald die Daten vorliegen, werden wir Gespräche mit allen Landtagsparteien suchen.“