Ortstaxe
Schutzhütten bleiben in Kärnten ausgenommen
Nach Protesten des Alpenvereins verzichtet das Land auf die geplante Nächtigungsabgabe für Berghütten – Preise bleiben stabil, Ehrenamtliche werden entlastet.
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Die umstrittene Tourismusreform des Landes Kärnten sorgt weiter für Diskussionen – nun gibt es zumindest für den Alpenverein Entwarnung. Nach Gesprächen mit dem Land wurde vereinbart, dass Schutzhütten auch künftig keine Aufenthaltsabgabe bezahlen müssen.
Ursprünglich war vorgesehen, dass auch Gäste auf vereinseigenen Hütten die neue Nächtigungsabgabe von 4,50 Euro pro Nacht entrichten. Der Alpenverein hatte dagegen protestiert und vor deutlichen Preissteigerungen gewarnt. In Kärnten betreibt der Verein rund 130 Hütten und zählt etwa 50.000 Mitglieder. Für diese kostet eine Nächtigung im Matratzenlager derzeit rund sieben Euro, auf einer bewirtschafteten Hütte im Schnitt etwa 15 Euro.
„Gemeinnützige Funktion“
Der Alpenverein argumentierte, dass Schutzhütten nicht mit Hotels oder Beherbergungsbetrieben im Tal vergleichbar seien. Sie erfüllten eine wichtige zivilgesellschaftliche und gemeinnützige Aufgabe. Durch die Abgabe wären die Nächtigungspreise um bis zu 50 Prozent gestiegen, was vor allem für Familien und junge Menschen eine Hürde dargestellt hätte.
Zudem befürchtete der Verein negative Auswirkungen auf das Ehrenamt und auf die Suche nach Hüttenpächtern. Ziel sei es, den Zugang zu den Bergen möglichst unkompliziert und leistbar zu halten.
Einigung mit dem Land
In einem Gespräch mit Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig wurde nun eine Lösung gefunden. Schutzhütten bleiben – wie bisher bei der Ortstaxe – von der neuen Aufenthaltsabgabe ausgenommen. Auch Jugendliche bis 17 Jahre sowie Menschen mit Behinderungen sollen von der Abgabe befreit werden. Das neue Tourismusgesetz soll noch im Februar in der Landesregierung beschlossen und anschließend im Landtag behandelt werden.
Geld für Infrastruktur und Gratis-Ticket
Mit den zusätzlichen Einnahmen aus der Abgabe plant das Land Investitionen in die touristische Infrastruktur. Zudem soll ein kostenloses Öffi-Ticket für Gäste eingeführt werden. Für den Alpenverein bedeutet die Einigung vorerst Erleichterung: Die Nächtigung auf den Bergen bleibt leistbar – und die Schutzhütten behalten ihre Sonderstellung im Kärntner Tourismus.



