Tourismus
Power-Boost für den Kärntner Tourismus
Aus 125 Einheiten werden zehn – und 20 Millionen Euro zusätzlich sollen Kärnten im internationalen Wettbewerb wieder nach vorne bringen.
Mit der Reform des Kärntner Tourismusgesetzes werden Strukturen verschlankt, Entscheidungswege verkürzt und jährlich rund 20 Millionen Euro zusätzlich in Infrastruktur, Qualität und Mobilität investiert.© Foto: WKK
Mit einer der größten Reformen dieser Legislaturperiode stellt sich der Kärntner Tourismus neu auf. Das neue Tourismusgesetz steht vor seinem Beschluss – und bringt tiefgreifende strukturelle und finanzielle Änderungen. Aus bislang 125 Organisationseinheiten auf drei Ebenen werden künftig nur noch zehn Einheiten auf zwei Ebenen. Gleichzeitig stehen der Branche rund 20 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung.
Für die Wirtschaft ist klar: Es ist ein struktureller Neustart in einem zunehmend härter umkämpften internationalen Umfeld.
Weniger Ebenen, mehr Effizienz
Im Zentrum der Reform steht eine massive Verschlankung der Organisation. Künftig wird es neben der Kärnten Werbung nur noch neun Tourismusverbände geben. Doppelgleisigkeiten sollen beseitigt, Entscheidungsprozesse beschleunigt werden. WK-Präsident Jürgen Mandl hatte die Reform von Beginn an mit einer klaren Zielsetzung begleitet: „Effizienz steigern, Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, Investitionen verstärken.“ Die Unternehmerinnen und Unternehmer sollen weiterhin maßgeblich den Kurs der Tourismusverbände bestimmen.
Auch bei der Außenwirkung bringt die Neuordnung Veränderungen. Bisher gab es für Reiseveranstalter neun unterschiedliche Ansprechpartner und zehn regionale Webseiten. Laut Geschäftsführer Klaus Ehrenbrandtner wird es künftig eine zentrale Ansprechperson und gebündelte digitale Strukturen geben.
50 Millionen Euro jährlich für den Tourismus
Neben der Strukturreform wird auch die Finanzierung grundlegend neu geregelt. Nach zwei Jahrzehnten ohne Anpassung wird die bisherige Orts- und Nächtigungstaxe durch eine landesweit einheitliche Aufenthaltsabgabe von 4,50 Euro pro Gast und Nacht ersetzt. Darin enthalten ist ein Infrastruktur- und Mobilitätsbeitrag von 0,90 Euro.
Insgesamt stehen dem Kärntner Tourismus künftig rund 50 Millionen Euro jährlich zur Verfügung – etwa 20 Millionen Euro mehr als bisher. Diese Mittel sollen gezielt in Infrastruktur, Angebotsqualität und Mobilität fließen. Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig spricht von einer Reform, die den Standort fit für den Wettbewerb der Destinationen machen soll.
Reform zur rechten Zeit
Tourismusspartenobmann Josef Petritsch sieht den Schritt als dringend notwendig. In den vergangenen Jahren seien sowohl Nächtigungen als auch Erträge der Betriebe rückläufig gewesen. „Sie kommt zur rechten Zeit. Jetzt können wir die Handbremse lösen und Gas geben“, betont er. Kärnten müsse sich stärker international positionieren: „Wir stehen global im Wettbewerb.“ Rund 20.000 Beschäftigte in 8.500 Betrieben im Sommer und 6.500 Betrieben im Winter sind von der Reform betroffen.
Mit klareren Zuständigkeiten, mehr finanzieller Schlagkraft und schlankeren Strukturen soll der Kärntner Tourismus nun wieder in die Pole Position vorrücken – und sich im internationalen Wettbewerb behaupten.