Eishockey
Im Powerplay zu 100 Punkten!
Der EC-KAC stockte sein Punktekonto in der Tabelle der ICE Hockey League am Freitagabend mit einem 6:3-Auswärtserfolg beim HCB Südtirol auf 100 Zähler auf und verteidigte Platz eins im Ranking.
Erst in Minute sieben kamen beide zu ihren jeweils ersten aussichtsreichen Gelegenheiten: Einen Samuelsson-Schlagschuss aus der Distanz verpasste Cole Schneider am langen Pfosten nur knapp, auf der Gegenseite passte Nick Petersen im verzögerten „Zwei-gegen-Eins“ von der linken Halfwall aus zurück, Simeon Schwinger übernahm direkt, verfehlte das Ziel jedoch. Danach kamen die Rotjacken zu den besseren Chancen: Matt Fraser zog im partiellen Breakaway flach vor den Kasten und legte sich den Puck auf die Rückhand, Goalie Sam Harvey klärte mit einem guten Poke Check. Dann passte der Kanadier bei einem „Zwei-auf-Eins“ aus der Tiefe nach hinten zum heranstürmenden Jordan Murray, der seinen Onetimer über die Querlatte platzierte. Beim HCB Südtirol zog nach Rotation Max Gildon aus dem hohen Slot ab, traf dabei aber die vor der Stange in einen Zweikampf verwickelten Kempe und Schneider (11.). Als Fraser das Gehäuse im weiten Bogen umkreiste, passte er diagonal zum hinteren Ende des rechten Anspielkreises, David Maiers satter Schlagschuss von dort aus wurde von Jason Seed geblockt (13.). Auch die letzte gute Möglichkeit im Startdrittel hatte der KAC: Ein Unterweger-Blueliner landete an der Hintertorbande und damit bei Nick Petersen, dieser passte an die linken Hashmarks, wo Simeon Schwinger seinen Schläger hinhielt, Harvey wehrte ab.
Viel Einsatz in der Offensivzone
Die optische Überlegenheit der Rotjacken im Startdrittel wurde im zweiten Durchgang augenscheinlicher und wirkte sich auf der Anzeigetafel aus: Simeon Schwinger störte an der linken Halfwall Matt Cairns so, dass dem die Scheibe leicht wegsprang, der Vorarlberger stocherte sie vor den Kasten zum dort freien Jan Muršak, der mit der Vorhand für die Führung sorgte (24.). Nach Mantenuto-Diagonalpass wollte HCB-Kapitän Frank zum vor dem Tor freien Brunner weiterleiten, Jordan Murray rutschte dazwischen (27.). Im Powerplay für die Füchse fing Finn van Ee ein nicht minder gefährliches DiGiacinto-Zuspiel auf Samuelsson ab (30.). Gegen Gennaro war Sebastian Dahm zur Stelle (31.), ehe es bei „Fünf-gegen-Fünf“ dann wieder in die andere Richtung ging: Mario Kempe erreichte mit viel Einsatz die Offensivzone, der Schwede war dann nach Schwinger-Schlagschuss als erster am Rebound, drückte diesen aus sehr spitzem Winkel allerdings nur an die Außenstange (31.).
Ins halbleere Tor abgetropft
Einen aussichtsreichen Wristshot von Shane Gersich blockte Murray neuerlich famos (33.), im Gegenzug verneinte Sam Harvey Fabian Hochegger bei dessen partiellem Breakaway über die linke Seite (33.). Das Getümmel nach der Parade brachte dem EC-KAC ein Powerplay, in dem er sofort gefährlich wurde: Harvey rettete gegen From (33.), Kempe traf bei einem Onetimer den Puck nicht mehr richtig (34.), dann wanderte der nächste Südtiroler in die Kühlbox. Im „Fünf-gegen-Drei“ wehrte der Bolzano-Schlussmann mit einem herausragenden Reflex Froms Vorhandschuss ab (34.), Sekunden nachdem der erste der beiden ausgeschlossenen Italiener auf das Eis zurückgekehrt war, schrieben die Rotjacken aber an: Nach einer Teves-Direktabnahme aus dem rechten Faceoff-Kreis blieb der Rebound im Torraum liegen, Matt Fraser reagierte als erster und schob die Scheibe über die Linie (35.). Eine halbe Minute später folgte Powerplay Nummer vier für die Rotjacken, das recht ungefährlich blieb, fünf Sekunden vor dem Ende aber doch wieder einen Treffer brachte: Nolan Moyle schob sich am Torraum vor den eigentlich den Puck kontrollierenden Scott Valentine, kreuzte und passte dann aus der Drehung zurück an den Crease, wo Matt Fraser nur noch ins halbleere Tor abtropfen lassen musste (38.).
Zwei Minuten „Fünf-gegen-Drei“
Im dritten Abschnitt schloss Mathias From ein Solo überhastet aus der Halbdistanz ab, Harvey parierte den Flachschuss und leitete den Konter ein: Pascal Brunner blieb an den rechten Hashmarks hängen, der Puck sprang aber von Nickls Skate genau zu Daniel Mantenuto, der aus spitzem Winkel den frühen Anschlusstreffer in diesem Drittel besorgte (42.). Die Füchse brachten ihre Offensive jetzt besser zur Entfaltung: Von Frigo bedient, zog der im Slot freie DiGiacinto ab, Dahm rettete mit der Schulter (42.), der Däne war auch bei einem McClure-Wraparound auf die Vorhand am Posten (45.). Der Kanadier geriet wenig später mit Nick Petersen aneinander, zum Missfallen der Hausherren mussten beide auf die Strafbank, aufgrund der Proteste folgten zwei weitere HCB-Akteure, sodass der EC-KAC zwei volle Minuten „Fünf-gegen-Drei“ spielen konnte. Klagenfurt gestaltete den numerischen Vorteil eher ungeschickt, kam letztlich aber dennoch zum Torerfolg: Jordan Murrays Schlenzer aus dem Zentrum verlängerte Simeon Schwinger mit der Schlägerschaufel durch Harveys Beine hindurch (47.). Nur 80 Sekunden später waren die Südtiroler wieder auf zwei Treffer Distanz herangerückt: Luca Frigo traf nach dem Zoneneintritt per Wristshot, Sebastian Dahm war durch einen Blockversuch irritiert worden (48.).
Über das Spielfeld hinweg ins verwaiste Gehäuse
Die KAC-Bank forderte den Videobeweis aufgrund eines Abseitsverdachts, der sich letztlich nicht erhärtete, die daraus resultierende Phase numerischer Unterlegenheit meisterte Rot-Weiß mit fünf Clearings aber souverän. Bei der besten Gelegenheit blockte Sebastian Dahm mehrfach am langen Pfosten gegen den von Schneider schön bedienten Gersich (50.). Die wie schon gegen Innsbruck bärenstarke vierte Sturmlinie des EC-KAC sorgte dann für die Vorentscheidung: Daniel Obersteiner gewann das Offensivzonen-Faceoff auf der linken Seite klar und Fabian Hochegger jagte seinen Schlenzer vom hinteren Ende des Anspielkreises aus in die Kreuzecke (52.). Wenig später trafen die Füchse aber zum dritten Mal: Gildons Schlenzer aus dem rechten Rückraum verlängerte Gennaro mit dem Schläger auf den Körper von Cristiano DiGiacinto, der dann aus kürzester Distanz einkehrte (59.). Der HCB Südtirol zog seinen Goalie, Gennaros Querpass-Versuch wurde von David Maier geblockt, Simeon Schwinger nahm den Puck weit im eigenen Drittel auf und hob ihn über das gesamte Spielfeld hinweg in das verwaiste Gehäuse – Endstand: 6:3 aus Klagenfurter Sicht (60.).
