Landeshauptmann
Daniel Fellner, der neue Landeshauptmann für Kärnten.
Mit 22 von 34 Stimmen ins Amt gewählt, startet der SPÖ-Politiker mit gesicherter Mehrheit – doch nach Jahren im Schatten Peter Kaisers muss Fellner nun beweisen, dass er mehr kann als Übergang und Kontinuität.
Daniel Fellner wurde im Kärntner Landtag mit 22 von 34 Stimmen zum neuen Landeshauptmann gewählt und folgt auf Peter Kaiser.© SPÖ Kärnten
Ein Machtwechsel ohne Aufbruch
Daniel Fellner übernimmt Kärnten nicht nach einer Wahlauseinandersetzung, sondern durch einen sauber organisierten Übergang. Nach dem Rücktritt von Peter Kaiser mit 31. März 2026 führt Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig die Amtsgeschäfte, bis Fellner übernimmt. Er soll die Landesregierung zumindest bis zur nächsten regulären Landtagswahl im März 2028 führen.
Die Wahl ist gesichert – politisch spannend ist etwas anderes
Es wurden 34 Stimmen abgegeben, keine davon war ungültig, 22 Stimmen entfielen auf Fellner. Damit ist sichtbar, was ohnehin vorab klar war: Die Wahl Fellners zum Landeshauptmann ist durch die Stimmen der SPÖ-ÖVP-Koalitionabgesichert. Demokratisch sauber ist das, politisch aufregend allerdings nicht. Diese Kür war erwartbar – die eigentliche Frage beginnt erst nach dem Applaus.
Der Mann aus dem System
Fellner ist kein Außenseiter, sondern ein Mann aus dem Innersten des roten Apparats. Der 1977 geborene Lavanttaler kam vom Roten Kreuz, wo er bis zum Leiter der Landesleitstelle aufstieg, in die Politik, wurde 2009Sektionsobmann in St. Andrä, 2011 SPÖ-Landesgeschäftsführer und sitzt seit 2018 als Landesrat in der Regierung. Im September 2025 wurde er mit 96,39 Prozent zum SPÖ-Landesparteichef gewählt. Fellner steht also nicht für Bruch, sondern für Kontinuität.
Mehr als nur ein neuer Name an der Spitze
Die Landtagssitzung bringt auch weitere personelle Veränderungen: Marika Lagger-Pöllinger folgt als neue SPÖ-Landesrätin, dazu kommen eine neue Abgeordnete und die Wahl eines neuen Dritten Landtagspräsidenten. Der Personalumbau zeigt: Mit Fellner wechselt nicht nur ein Name, sondern ein ganzes Gefüge beginnt sich neu zu sortieren.
Der lange Schatten Peter Kaisers
Das ist Chance und Bürde zugleich. Fellner übernimmt das Erbe eines Landeshauptmanns, der 13 Jahre lang Kärnten geprägt hat. Kaiser steht für Stabilisierung und politische Beruhigung, aber auch für ein System, das zuletzt an Zugkraft verloren hat: Bei der Landtagswahl 2023 fiel die SPÖ auf 38,9 Prozent zurück. Fellner erbt also nicht nur Macht, sondern auch Abnützung.
Pragmatiker gesucht, Visionär gefordert
Fellner gilt als bodenständiger Praktiker. Seine Themen waren Gemeinden, Katastrophenschutz, Wasserwirtschaft, später auch Bildung und Kindergärten. Das macht ihn nah an den Alltagsproblemen des Landes. Doch Nähe ersetzt noch keine Richtung. Ein Landeshauptmann muss nicht nur verwalten, sondern sagen können, wohin Kärnten politisch, wirtschaftlich und strukturell steuern soll. Genau dort liegt seine eigentliche Bewährungsprobe.
Fazit
Daniel Fellner startet mit Rückhalt, Erfahrung und klar abgesicherter Mehrheit. Aber eine gesicherte Wahl ist noch kein Zukunftsprogramm. Die Frage lautet nicht mehr, ob er Landeshauptmann wird. Die Frage lautet, ob er mehr sein kann als ein verlässlicher Nachfolger – nämlich ein Landeschef mit eigener Handschrift.