Spittal/Drau
Causa ÖGB eskaliert weiter: Vergleich geplatzt.
Nach dem geplatzten Vergleich sind alle fünf Klagen wieder aufrecht – Bürgermeister Köfer und sein Anwalt sprechen von einer Verzögerungstaktik des ÖGB.
Nach dem Widerruf des Vergleichs geht der Streit zwischen Bürgermeister Gerhard Köfer und dem ÖGB in die nächste Runde.© Stadt Spittal
Der Streit zwischen Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer und dem ÖGB geht in die nächste, wohl noch heftigere Runde: Der bereits ausgehandelte Vergleich wurde vom ÖGB am Montag widerrufen. Damit sind nach Angaben aus Köfers Umfeld wieder alle fünf eingebrachten Klagen gegen den Gewerkschaftsbund aufrecht.
Worum es in der Causa geht
Auslöser des Dauerstreits ist eine Gewerkschaftswahl in der Stadtgemeinde Spittal im Herbst 2025. Der ÖGB bzw. Kärntens ÖGB-Chef René Willegger hatte Köfer damals vorgeworfen, sich unzulässig in den Wahlvorgang eingemischt zu haben. Konkret war von einem Zugriff auf Wähler- und Abstimmungsverzeichnisse sowie von Druck auf Mitarbeiter die Rede. Köfer bestritt die Vorwürfe von Beginn an scharf und sprach von einer Rufschädigung.
Vergleich schon fast fix
Im März 2026 sah es noch nach einer Wende aus: Vor Gericht war ein bedingter Vergleich ausgearbeitet worden. Laut mehreren Berichten hätten dabei die Vorwürfe gegen Köfer zurückgezogen werden sollen; zudem war ein Kostenersatz von 18.000 Euro vorgesehen. Rechtswirksam wäre die Einigung aber nur geworden, wenn sie nicht bis 13. April 2026 widerrufen wird. Genau das ist nun passiert.
Köfer geht auf Angriff
Köfer reagierte entsprechend scharf. Der Bürgermeister spricht von einer „peinlichen Angelegenheit“ für den ÖGB und wirft der Gewerkschaft vor, eine sachliche außergerichtliche Lösung verspielt zu haben. Sein Anwalt Michael Sommer bezeichnet den Vergleichswiderruf als reine Verzögerungstaktik und kritisiert die fortgesetzten medialen Angriffe des ÖGB.
ÖGB bleibt bei Vorwürfen
Der ÖGB wiederum bekräftigt seine Darstellung und hält daran fest, dass Köfer sich sehr wohl unzulässig in den Wahlvorgang eingemischt habe. Gleichzeitig betont die Gewerkschaft, an einer einvernehmlichen Lösung weiter interessiert zu sein – allerdings nur „auf Augenhöhe“. Damit ist klar: Statt Befriedung droht jetzt eine jahrelange juristische und politische Schlammschlacht.