Mai

“Mis­sa con­tra bel­lum”: Kunst­ak­ti­on gegen den Krieg

Die Kunstaktion findet in der Stadtpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt, der Stadtpfarrkirche St. Magdalena in Völkermarkt und in der Basilika Maria Loreto in St. Andrä im Lavanttal statt.

“Mis­sa con­tra bel­lum”: Kunst­ak­ti­on gegen den Krieg An der Veranstaltungen beteiligen sich Künstler sowie Solisten mit Chor und Orchester.

© Michael Grilz

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Wir erle­ben eine Zeit, in der Krieg in Euro­pa wie­der bit­te­re Rea­li­tät ist. Die täg­li­chen Bil­der von Zer­stö­rung, Flucht und mensch­li­chem Leid füh­ren uns vor Augen, wie fra­gil Frie­den ist. Sicher­heit, Ver­ant­wor­tung und Zusam­men­halt sind kei­ne abs­trak­ten Begrif­fe mehr – sie sind kon­kre­te poli­ti­sche Auf­ga­ben – gera­de auf Gemein­de- und Lan­des­ebe­ne, wo gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt unmit­tel­bar gestal­tet wird und poli­ti­sche Vor­bild­wir­kung sicht­bar wird.

Hoff­nung und Frie­dens­sehn­sucht

In die­ser Situa­ti­on braucht es Räu­me der Refle­xi­on und des Inne­hal­tens. Das Kunst­pro­jekt „Mis­sa con­tra bel­lum“ – ein Kon­zept­kon­zert – möch­te einen sol­chen Raum schaf­fen. Im Zen­trum steht Joseph Haydns Pau­ken­mes­se, kom­po­niert 1796 in einer Epo­che krie­ge­ri­scher Erschüt­te­run­gen. Schon damals war sie Aus­druck von Angst, Hoff­nung und Frie­dens­sehn­sucht. In unse­rer Insze­nie­rung wird die­ses Werk erwei­tert durch Tex­te von Ber­tha von Sutt­ner, Inge­borg Bach­mann und der Nobel­preis­trä­ge­rin Svet­la­na Ale­xi­je­witsch – Autorin­nen, die ein­dring­lich beschrie­ben haben, was Krieg im Inners­ten eines Men­schen anrich­tet. Den Bezug zur aktu­el­len geo­po­li­ti­schen Lage stellt das Werk von Eugen Freund „Das Spiel mit dem drit­ten Welt­krieg“ her.

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www.missacontrabellum.at
© Mis­sa con­tra bel­lum

„Mis­sa con­tra bel­lum“ will nicht beleh­ren – son­dern erfahr­bar machen. Die Insze­nie­rung führt das Publi­kum mit­ten hin­ein in die Erfah­rung von Schutz­lo­sig­keit und exis­ten­zi­el­ler Bedro­hung – bis hin zur Kon­fron­ta­ti­on mit moder­nen Bedro­hungs­sze­na­ri­en wie Droh­nen­an­grif­fen. Kunst wird hier zu einem Spie­gel unse­rer Gegen­wart. Beglei­tet wird das Kon­zert von Arbei­ten der Völ­ker­mark­ter Künst­le­rin­nen Rena­te Pir­ker und Gud­run Zikul­nig. So ent­steht ein ein­dring­li­ches Gesamt­kunst­werk, das kul­tu­rel­le Qua­li­tät mit gesell­schaft­li­cher Rele­vanz ver­bin­det. 

Kul­tur schafft Iden­ti­tät und stärkt Bewusst­sein

Gera­de auf Lan­des­ebe­ne hat Kul­tur eine beson­de­re Kraft: Sie schafft Iden­ti­tät, stärkt Bewusst­sein und setzt Zei­chen. Ein Pro­jekt wie „Mis­sa con­tra bel­lum“ kann zei­gen, dass das Land nicht nur wirt­schaft­lich und infra­struk­tu­rell denkt, son­dern auch mora­lisch und his­to­risch Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Die Gene­ra­ti­on, die die Schre­cken des Zwei­ten Welt­kriegs selbst erlebt hat, wird immer klei­ner. Es feh­len zuneh­mend jene unmit­tel­ba­ren Zeit­zeu­gen, deren per­sön­li­che Erfah­rung eine ein­dring­li­che War­nung war.

03.05.2026 11:00
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“Mis­sa con­tra bel­lum”: Kunst­ak­ti­on gegen den Krieg An der Veranstaltungen beteiligen sich Künstler sowie Solisten mit Chor und Orchester.

© Michael Grilz