Bezirksgericht Hermagor
Gruber kündigt Widerstand gegen Schließungspläne an
Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber kritisiert die Schließungspläne des Justizministeriums scharf und warnt vor einem weiteren Verlust öffentlicher Infrastruktur im ländlichen Raum.
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Die mögliche Schließung des Bezirksgerichts Hermagor sorgt in Kärnten für deutliche Kritik. Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber stellt sich klar gegen die Überlegungen aus Wien. Die kolportierte Schließung des Bezirksgerichts Hermagor stößt in Kärnten auf Widerstand. Besonders deutlich äußert sich Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber. Für ihn ist nicht nachvollziehbar, dass über die Schließung des einzigen Gerichtsstandortes im Gailtal nachgedacht wird.
„Die Schließungsphantasien des Justizministeriums in Wien sind äußerst befremdlich. Wir werden sie in Kärnten keinesfalls einfach hinnehmen“, sagt Gruber. Es gehe um den Erhalt wichtiger öffentlicher Infrastruktur im ländlichen Raum.
Kritik an Zentralisierung
Gruber kritisiert, dass offenbar regionale Einrichtungen infrage gestellt werden, während teurere Strukturen in Wien nicht diskutiert würden. Bezirksgerichte seien für viele Menschen eine wichtige Anlaufstelle vor Ort.
„Jeder Bezirk in Österreich sollte eine gleichwertige Anlaufstelle für Gerichtsangelegenheiten haben“, betont Gruber. Eine Schließung in Hermagor würde für die Bevölkerung im Gailtal längere Wege und weniger Service bedeuten.
Sensible Fragen in Kärnten
Mit Blick auf die zweisprachige Gerichtsbarkeit verweist Gruber auf verfassungsrechtliche Fragen und komplexe Zuständigkeiten. Einer Klärung solle man nicht vorgreifen. Entscheidend sei aber, dass das Service für die Bevölkerung im Mittelpunkt bleibe. Besonders deutlich wird Gruber beim Standort Hermagor: „Dass man jetzt offenbar laut darüber nachdenkt, das einzige Gericht im Gailtal zu schließen, kann ich keinesfalls akzeptieren. Gegen solche Schließungen werde ich im Sinne der betroffenen Bevölkerung kämpfen.“
Fellner bringt Thema in LH-Konferenz ein
Auch Landeshauptmann Daniel Fellner kritisiert die Kommunikation. Dass Kärnten von der geplanten Schließung aus den Medien erfahren habe, sei „irritierend und befremdlich“. Bei Entscheidungen über die regionale Justizversorgung brauche es eine frühzeitige Information und Einbindung der Länder. Fellner kündigt an, das Thema bei der kommenden Landeshauptleutekonferenz einzubringen. Die aktuellen Entwicklungen betreffen neben Kärnten auch andere Bundesländer wie Tirol und die Steiermark.
Die Debatte zeigt: Eine Schließung des Bezirksgerichts Hermagor wäre mehr als eine Verwaltungsfrage. Sie betrifft die Versorgung des ländlichen Raums – und stößt in Kärnten auf klaren politischen Widerstand.
