Wirtschaft
Insolvenzen in Kärnten nehmen weiter zu
Firmeninsolvenzen steigen in Kärnten um fast 20 Prozent – Privatkonkurse gehen leicht zurück, die Verschuldung nimmt jedoch deutlich zu.
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Die wirtschaftliche Dauerkrise trifft Kärntens Unternehmen weiterhin hart. Laut AKV Europa wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 231 Firmeninsolvenzen verzeichnet – das entspricht rund neun Firmenkonkursen pro Woche.
Firmenpleiten steigen deutlich
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 bedeutet das ein Plus von 19,07 Prozent. Besonders auffällig ist der starke Anstieg jener Verfahren, die mangels Masse abgewiesen wurden. Hier gab es ein Plus von 81,36 Prozent. Gleichzeitig gingen die beim Landesgericht eröffneten Firmeninsolvenzen um 8,15 Prozent zurück.
Die meisten Insolvenzen gab es in der Baubranche mit 34 Fällen. Dahinter folgen Gastronomie und Beherbergung mit 30 sowie der Handel mit 26 Fällen. Die höchsten Verbindlichkeiten wurden im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 19,9 Millionen Euro verzeichnet, gefolgt von Gastronomie und Bau.
Weniger große Unternehmen betroffen
Die Gesamtverbindlichkeiten der Kärntner Firmeninsolvenzen sanken von 139,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 108,9 Millionen Euro. Grund dafür ist laut AKV, dass weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen insolvent wurden. 352 Dienstnehmer waren im ersten Halbjahr von Firmeninsolvenzen betroffen. Besonders ins Gewicht fielen die PAYR-Gruppe mit 51 Mitarbeitern sowie der SK Austria Klagenfurt mit insgesamt 42 Mitarbeitern. Die größte Insolvenz war jene der PAYR-Gruppe in Patergassen mit 16,3 Millionen Euro Passiva.
Privatkonkurse rückläufig
Bei den Privatinsolvenzen zeigt sich ein anderes Bild. Die Zahl sank in Kärnten von 341 Verfahren im ersten Halbjahr 2025 auf 326 Verfahren im ersten Halbjahr 2026. Das entspricht rund zwölf Privatkonkursen pro Woche. Gestiegen ist allerdings die durchschnittliche Verschuldung. Sie erhöhte sich von 82.800 Euro auf 104.700 Euro. Männer waren im Schnitt mit 132.400 Euro verschuldet, Frauen mit 63.300 Euro. Der AKV erwartet bei den Privatkonkursen in den kommenden Monaten keine wesentliche Zunahme.