Wasser am Berg

Kris­tall­klar heißt nicht auto­ma­tisch trink­bar

Klares Gebirgswasser wirkt verlockend, kann aber trotzdem Keime oder andere Belastungen enthalten – diese Warnsignale sollten Wandernde beachten.

Kris­tall­klar heißt nicht auto­ma­tisch trink­bar Frisches Gebirgswasser wirkt verlockend, ist aber nicht automatisch bedenkenlos trinkbar. Experten raten, Wasserqualität und Umgebung genau zu prüfen.

© Foto: Klick Kärnten

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

Ein Schluck aus dem Gebirgs­bach gehört für vie­le Wan­dern­de zum per­fek­ten Ber­g­er­leb­nis. Doch Natur­freun­de-Exper­te Leo­pold Füre­der warnt: Selbst glas­kla­res Was­ser kann Kei­me oder ande­re Belas­tun­gen ent­hal­ten.

Umge­bung prü­fen

„Kla­res und geruchs­frei­es Gebirgs­was­ser wür­de ich grund­sätz­lich trin­ken“, erklärt der Lim­no­lo­ge Leo­pold Füre­der von den Natur­freun­den Öster­reich. Ent­schei­dend sei jedoch das Umfeld. Befin­den sich ober­halb der Was­ser­stel­le Wei­de­tie­re oder ande­re mög­li­che Belas­tungs­quel­len, soll­te man bes­ser ver­zich­ten. Beson­ders Tier­kot kann Kei­me in Quel­len und Bäche ein­tra­gen. Auch Stark­re­gen ver­än­dert die Was­ser­qua­li­tät, weil Sedi­men­te und Stof­fe aus dem Ein­zugs­ge­biet ein­ge­schwemmt wer­den. Bei län­ge­rer Tro­cken­heit wie­der­um kön­nen sich vor­han­de­ne Belas­tun­gen stär­ker kon­zen­trie­ren.

Flie­ßend bevor­zu­gen

Grund­sätz­lich gilt: Flie­ßen­des Was­ser ist ste­hen­dem Was­ser vor­zu­zie­hen. Eine Garan­tie für Trink­was­ser­qua­li­tät gibt es aber auch hier nicht. Trü­bung, Ver­fär­bun­gen, auf­fäl­li­ger Geruch oder Schaum­bil­dung sind kla­re Warn­si­gna­le. Wer unter­wegs Was­ser benö­tigt, soll­te zunächst prü­fen, ob inner­halb der Wan­der­grup­pe noch Vor­rä­te vor­han­den sind. Wird den­noch Was­ser aus einer Quel­le oder einem Bach ent­nom­men, emp­fiehlt Füre­der, zunächst nur eine klei­ne Men­ge vor­sich­tig zu pro­bie­ren.

Sen­si­ble Lebens­räu­me

Gleich­zei­tig appel­liert der Exper­te an Wan­dern­de, alpi­ne Gewäs­ser zu schüt­zen. Klei­ne Quel­len und Gebirgs­bä­che sei­en emp­find­li­che Öko­sys­te­me und soll­ten weder ver­schmutzt noch unnö­tig betre­ten wer­den.

Durch Kli­ma­wan­del, Stark­re­gen, Tro­cken­pe­ri­oden und Glet­scher­schmel­ze ver­än­dern sich Was­ser­füh­rung und Was­ser­qua­li­tät im Alpen­raum zusätz­lich. Umso wich­ti­ger wird ein bewuss­ter Umgang mit der wert­vol­len Res­sour­ce Was­ser.

Drei Tipps für unter­wegs: Vor­rä­te in der Grup­pe prü­fen, nur kla­res und geruchs­frei­es Was­ser aus mög­lichst unbe­las­te­ter Umge­bung wäh­len und zunächst nur klei­ne Men­gen trin­ken.

07.08.2026 08:00
Anzeige
Kris­tall­klar heißt nicht auto­ma­tisch trink­bar Frisches Gebirgswasser wirkt verlockend, ist aber nicht automatisch bedenkenlos trinkbar. Experten raten, Wasserqualität und Umgebung genau zu prüfen.

© Foto: Klick Kärnten