Klagenfurt
Scheider: „Schluss mit der Dauervernaderung“
Nach der Einstellung zweier Ermittlungskomplexe fordert Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider ein Ende politischer „Dauervernaderung“ und mehr konstruktiven Wettbewerb um die besten Ideen für die Stadt.
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Nach der Einstellung zweier Ermittlungskomplexe geht Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider in die Offensive. Er kritisiert anonyme Anzeigen und politischen Dauerwahlkampf – und fordert seine Mitbewerber zu einem „Wettbewerb der besten Ideen“ auf.
KLAGENFURT. Deutliche Worte aus dem Klagenfurter Rathaus: Bürgermeister Christian Scheider meldet sich nach einer für ihn positiven Entwicklung in einem seit Sommer 2023 laufenden Ermittlungsverfahren zu Wort. Laut Scheider hat das Landesgericht Klagenfurt zwei wesentliche Ermittlungskomplexe eingestellt. Für ihn ist das Anlass, der Justiz Respekt zu zollen – gleichzeitig aber auch mit seinen politischen Gegnern abzurechnen.
Lob für Justiz
Scheider spricht von einer „genauen und objektiven Arbeit“ der Ermittlungsbehörden. Diese würden sich weder von politischen Zurufen noch von anonymen Anzeigen beeinflussen lassen.
Genau diese Anzeigen sieht der Bürgermeister allerdings zunehmend als Instrument der politischen Auseinandersetzung. Institutionen würden damit regelrecht „überschüttet“. Themen aus dem Gemeinderat würden teilweise gleichzeitig beim Stadt- und Landesrechnungshof sowie bei der Staatsanwaltschaft landen.
Scheiders Vorwurf: Statt Konflikte politisch auszutragen, werde versucht, Gegner über Anzeigen öffentlich unter Druck zu setzen.
„Bürgermeister anpatzen“
„Das Motiv und das Ziel ist klar: Den Bürgermeister öffentlich anzupatzen“, sagt Scheider. Damit gehe es aus seiner Sicht längst nicht mehr nur um politische Kontrolle. Auch Ermittlungsbehörden würden unnötig belastet und das Image der Stadt nehme Schaden.
Besonders Klagenfurt steche bei dieser Form der politischen Auseinandersetzung hervor, meint der Bürgermeister. Nach „fünfeinhalb Jahren Dauerwahlkampf“ müsse damit Schluss sein.
Hand an Gegner
Scheider fordert deshalb einen Kurswechsel: weg von gegenseitigen Vorwürfen, hin zu einem „Wettbewerb der besten Ideen“. Die Menschen würden Politiker schließlich nicht dafür bezahlen, sich gegenseitig zu blockieren, sondern Lösungen für die Stadt zu erarbeiten.
„Der Bürger, der Steuerzahler, ist unser Auftraggeber“, betont Scheider und reicht seinen politischen Mitbewerbern demonstrativ die Hand.
Ganz ohne Seitenhieb endet sein Rundumschlag allerdings nicht. Auch manche Medienvertreter sollten sich laut Scheider fragen, ob sie dem Gebot journalistischer Objektivität ausreichend Rechnung tragen und tatsächlich jene Themen behandeln würden, „die für Leserinnen und Leser von wirklichem Interesse sind“.
Damit ist eines klar: Der von Scheider geforderte politische Friedensschluss beginnt vorerst mit einer durchaus kräftigen Breitseite.
