Landesrechnungshof kritisiert
Planungsmängel bei Schulsanierung!
Millionenprojekt mit Fragezeichen: Der Kärntner Landesrechnungshof kritisiert mangelhafte Kostenberechnungen und einen fragwürdigen Zeitplan bei der Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt.
Der Kärntner Landesrechnungshof deckte bei der geplanten 35,6 Millionen Euro teuren Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt Mängel in der Kostenberechnung und Planung auf.© Foto: Klick Symbolfoto
Die geplante Generalsanierung der Fachberufsschule Klagenfurt soll satte 35,65 Millionen Euro kosten. Doch schon vor der ersten großen Bauphase deckt der Kärntner Landesrechnungshof (LRH) erhebliche Schwächen bei der Planung und Kostenberechnung auf.
Millionen ohne Durchblick?
Allein die erste Baustufe soll laut Landesimmobilienmanagement 4,23 Millionen Euro verschlingen. Der Rechnungshof stellte jedoch fest, dass Vorleistungen nicht berücksichtigt wurden. Damit steigen die tatsächlichen Soll-Kosten auf 4,32 Millionen Euro.
Besonders brisant: Teile der Kostenberechnungen waren nicht nachvollziehbar dokumentiert. Bei einem Millionenprojekt, das mit öffentlichen Geldern finanziert wird, wirft das ernste Fragen zur Sorgfalt der Planung auf.
„Je genauer die Grundlagen vor der Ausschreibung sind, desto geringer ist das Risiko zusätzlicher Kosten“, warnt LRH-Direktor Günter Bauer.
Kontrolle zu spät?
Auch der Zeitplan sorgt für Kritik. Die Vergabe der Bauleistungen und der Baubeginn waren bereits vorgesehen, bevor der Rechnungshof seine Prüfung abschließen konnte. Angebote lagen zu diesem Zeitpunkt bereits vor.
Damit drohte die gesetzlich vorgesehene Kontrolle zu spät zu kommen, um notwendige Änderungen rechtzeitig zu berücksichtigen.
Einsparpotenzial übersehen
Der Rechnungshof empfiehlt außerdem, die zweite und dritte Baustufe zusammenzulegen. Dadurch könnten Kosten gespart und der Schulbetrieb weniger beeinträchtigt werden.
Bis Ende 2030 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. Zusätzlich fallen laut Land jährliche Folgekosten von rund 201.000 Euro für die erste Baustufe an.
Das Fazit: Noch bevor die millionenschwere Sanierung richtig Fahrt aufnimmt, zeigt der Prüfbericht deutliche Schwächen. Ob das Land die Empfehlungen ernst nimmt und damit mögliche Mehrkosten verhindert, bleibt abzuwarten. Eines steht fest: Bei einem Projekt dieser Größenordnung darf eine lückenhafte Kostendokumentation nicht zum Normalfall werden.



