WIRTSCHAFT | KÄRNTEN
Insolvenzwelle trifft Kärntens Gastronomie besonders hart
Die Firmenpleiten in Kärnten steigen weiter. Besonders dramatisch ist die Lage im Gastgewerbe: Hier gibt es um 55 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr.
Besonders Kärntens Gastronomiebetriebe stehen unter wirtschaftlichem Druck. Die Zahl der Insolvenzen ist innerhalb eines Jahres um rund 55 Prozent gestiegen.© Foto: Klick Symbolfoto
Die wirtschaftliche Lage vieler Kärntner Betriebe bleibt angespannt. Laut aktueller Auswertung des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV Europa) stiegen die Firmeninsolvenzen in den ersten neun Monaten 2026 um 12,87 Prozent auf insgesamt 342 Fälle. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es 303.
Gastronomie unter Druck
Besonders hart trifft es die Kärntner Gastronomie. Mit 56 Insolvenzfällen verzeichnet die Branche einen Anstieg von rund 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gestiegene Betriebskosten, Personalmangel und bürokratische Belastungen setzen den Gastbetrieben massiv zu. Dahinter folgen die Baubranche mit 48 und der Handel mit 45 Insolvenzen.
Alarmierend ist auch, dass 161 Firmeninsolvenzen mangels ausreichenden Vermögens abgewiesen wurden. Das entspricht einem Anstieg von 34,17 Prozent. Gleichzeitig verschlechtern sich die Aussichten für Gläubiger.
Millionen an Schulden
Die Verbindlichkeiten insolventer Unternehmen erreichten rund 161,6 Millionen Euro. Insgesamt waren 501 Arbeitsplätze betroffen. Das sind deutlich weniger als im Vorjahr, was auf eine stärkere Betroffenheit kleinerer Betriebe hindeutet.
Bei den Privatinsolvenzen zeigt sich hingegen ein leichter Rückgang um 2,54 Prozent auf 498 Fälle. Allerdings stieg die durchschnittliche Verschuldung auf 124.600 Euro.
Keine Entwarnung
Für die kommenden Monate rechnet AKV Europa mit keiner nachhaltigen Verbesserung. Steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheit dürften die Unternehmen weiterhin belasten. Bis Jahresende erwartet der Gläubigerschutzverband rund 400 Firmeninsolvenzen in Kärnten.



