Arno Wiedergut

„Jedes Wort in die­sem Buch ist wahr!“

Berührend, spannend, schockierend, enthüllend und erheiternd – am Freitag präsentiert Arno Wiedergut sein persönliches Werk „Viel mehr geht nicht“. Der pensionierte Journalist und ehemalige Leiter des APA-Büros in Klagenfurt im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.

„Jedes Wort in die­sem Buch ist wahr!“ Diese beiden verstanden sich auf Anhieb: Ottfried Fischer (links) und Arno Wiedergut.

© Archiv Wiedergut

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KLiCK Kärn­ten: Was ver­an­lass­te Sie dazu, Erin­ne­run­gen und Anek­do­ten aus Ihrem Leben zu Papier zu brin­gen?

Arno Wie­der­gut: 2020 war ein sehr schwe­res Jahr für mich. Als ich eines Abends vor dem Bild­schirm saß, ging es mir psy­chisch und phy­sisch sehr schlecht. Gegen 22 Uhr begann ich mit dem Schrei­ben mei­ner Lebens­er­in­ne­run­gen – nur für mich selbst. Es soll­te eine Art der Befrei­ung sein. Es klingt unwahr­schein­lich, aber mein gan­zes Leben lief wie in Zeit­lu­pe an mir vor­über, ange­fan­gen von mei­nen frü­hes­ten Kind­heits­er­in­ne­run­gen über mein Berufs­le­ben bis heu­te. Nach weni­gen Wochen war mein „Werk“ fer­tig und da erkann­te ich, dass es nicht nur für mich sein soll­te.

Sie schrei­ben im Vor­wort des Buchs: „Ich weiß, dass man­che Men­schen nach dem Lesen mei­ner Erin­ne­run­gen nie mehr ein Wort mit mir spre­chen wer­den.“ Wes­halb ver­öf­fent­li­chen Sie die­se Anek­do­ten den­noch?

Ich woll­te mein gesam­tes Leben in all sei­nen posi­ti­ven und nega­ti­ven Sei­ten nie­der­schrei­ben, nichts beschö­ni­gen und nichts weg­las­sen. Ver­mut­lich hat noch nie jemand so scho­nungs­los über sein Leben berich­tet.

Gewis­se Poli­ti­ker wer­den mir nichts Gutes wün­schen. So schrei­be ich etwa über Kor­rup­ti­on.

Arno Wie­der­gut

Autor

Wel­ches Kapi­tel fällt bei­spiels­wei­se in die­se Kate­go­rie?

Eini­ges liegt zwar schon sehr lan­ge zurück, doch ich habe auch über mei­ne Feh­ler und Schwä­chen berich­tet. Dazu zählt sicher der Umstand, dass ich neben mei­nen fes­ten Freun­din­nen und mei­ner ers­ten Ehe­frau immer auch Lieb­schaf­ten gehabt habe. Auch gewis­se Poli­ti­ker wer­den mir nichts Gutes wün­schen. So schrei­be ich etwa über Kor­rup­ti­on.

Aus wie vie­len Kapi­teln besteht das Buch? Wel­ches Kapi­tel ist Ihr per­sön­li­ches Lieb­lings­ka­pi­tel?

Das Buch besteht aus 26 Kapi­teln. In die­sen berich­te ich aber zumeist in Anek­do­ten, also je ein eige­nes Unter­ka­pi­tel pro Geschich­te. Da gibt es etwa das Kapi­tel „Hin­ter den Kulis­sen“, wo ich in vie­len Anek­do­ten Bege­ben­hei­ten aus mei­nem Leben als Jour­na­list schil­de­re, die Stau­nen und Schmun­zeln her­vor­ru­fen wer­den. Weni­ger schön sind die Kapi­tel „Spiel­sucht“, „Krebs“ und „Ganz tief unten“. Qua­si als „Aus­gleich“ gibt es aber „Es darf gelacht wer­den“. Und eine Garan­tie gibt es auch: Jedes Wort in die­sem Buch ist wahr! Es hat sich also alles genau­so zuge­tra­gen, wie ich berich­te.

Haben Sie vor, wei­te­re Bücher zu ver­öf­fent­li­chen?

Im nächs­ten Jahr erscheint mein Buch „Die Super­na­sen – die Legen­de lebt“, das ich im Auf­trag von „Lisa Film“ schon so gut wie fer­tig­ge­stellt habe. Es ist mein ins­ge­samt neun­tes Buch. Viel­leicht schrei­be ich noch einen zwei­ten Teil zu mei­nem Best­sel­ler „Bit­te nicht die Letz­te Ölung“ mit urko­mi­schen Geschich­ten über Pries­ter, Päps­te, Bischö­fe, Mön­che und ande­re kirch­li­che Wür­den­trä­ger. Etwas wird schon noch kom­men, weil ich im Win­ter vor Lan­ge­wei­le fast ver­zweif­le.

Was macht Arno Wie­der­gut, wenn er nicht schreibt?

Die war­me Jah­res­zeit genie­ße ich oft auf mei­nem Motor­rad. Ich bin auch nach wie vor ger­ne unter Men­schen. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf mei­ne nächs­te Rei­se nach Apu­li­en oder wie­der ein­mal nach Sizi­li­en.

Wel­chen Beruf hät­test Sie ver­mut­lich aus­ge­übt, wären Sie nicht Jour­na­list gewor­den?

Bei die­ser Fra­ge muss ich pas­sen. Das Schrei­ben war schon in der Volks­schu­le mein Lieb­lings­ge­gen­stand, wäh­rend des Gym­na­si­ums habe ich schon ers­te Zei­tungs­ar­ti­kel ver­fasst und auch foto­gra­fiert. Ich habe immer nur den Jour­na­lis­mus im Blick gehabt, bin also sozu­sa­gen „ein gebo­re­ner Jour­na­list“.

 

Buch & Autor

  • Das Buch: Das neu­es­te Werk von Arno Wie­der­gut heißt „Viel mehr geht nicht“. Es trägt die Prä­di­ka­te „Berüh­rend – span­nend – scho­ckie­rend – ent­hül­lend – erhei­ternd“, umfasst 480 Sei­ten, ist reich bebil­dert und kos­tet 25 Euro. Es ist in allen guten Buch­hand­lun­gen öster­reich­weit erhält­lich und auch direkt beim Autor (arno.wiedergut@chello.at). Prä­sen­tiert wird es am Frei­tag (5. Novem­ber 2021) um 17 Uhr in der „Kla­gen­fur­ter Sezes­si­on“ in der Flug­ha­fen­stra­ße 8.
  • Der Autor: Arno Wie­der­gut (67) ist gebür­ti­ger Vil­la­cher und sam­mel­te sei­ne ers­ten jour­na­lis­ti­schen Erfah­run­gen wäh­rend des Gym­na­si­ums in Arti­keln für die „Klei­ne Zei­tung“. Wäh­rend des Publi­zis­tik- und Geschich­te-Stu­di­ums in Wien war er in der Wirt­schafts­re­dak­ti­on der Tages­zei­tung „Die Pres­se“ und bei ande­ren Print­me­di­en tätig. 1980 kam er in Wien zur Aus­tria Pres­se Agen­tur, wo er zunächst den ORF-Tele­text betreu­te. Es folg­ten sie­ben Jah­re im Außen­po­li­tik-Res­sort. Von 1988 bis 2008 lei­te­te Wie­der­gut schließ­lich das APA-Büro in Kla­gen­furt.
02.11.2021 18:50 - Update am: 02.11.2021 19:02
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„Jedes Wort in die­sem Buch ist wahr!“ Diese beiden verstanden sich auf Anhieb: Ottfried Fischer (links) und Arno Wiedergut.

© Archiv Wiedergut