In Wolfsberg

Sechs „Stol­per­stei­ne“ erin­nern an jüdi­sche Opfer

Gestern setzte die Wolfsberger Stadtpolitik in der Wiener Straße ein Zeichens des Erinnerns und des Respekts.

Stadtgemeinde Wolfsberg Verlegung der Stolpersteine in der Wiener Straße: Gemeinderat Harry Koller, Gemeinderätin Susanne Dohr, Stadtrat Christian Stückler sowie Uri Ovseyevitz-Roth mit Ehefrau Tania (von links)

© Stadtpresse

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In vie­len Städ­ten Euro­pas erin­nern „Stol­per­stei­ne“ an jüdi­sche Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Seit ges­tern ist auch Wolfs­berg Teil die­ser Erin­ne­rungs­kul­tur: Sechs die­ser mit Namen beschrif­te­ten Pflas­ter­stei­ne wur­den vor dem Haus in der Wie­ner Stra­ße 11 im Geh­steig ange­bracht – zum Geden­ken an die bei­den mit­ein­an­der ver­wand­ten Fami­li­en Groß und Sin­ger, die hier wohn­haft waren (sie­he unten). Sie ver­lo­ren in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus ihr Eigen­tum, muss­ten flüchten oder wur­den nach Aus­schwitz depor­tiert, wo sie ermor­det wur­den.

Österreichisch-Israelische Gesell­schaft

„Wir ver­nei­gen uns heu­te vor den Opfern des Natio­nal­so­zia­lis­mus in Wolfs­berg“, beton­te Stadt­rat Chris­ti­an Stückler in Ver­tre­tung des erkrank­ten Bürgermeisters Han­nes Pri­mus im Bei­sein zahl­rei­cher Gäste. Dar­un­ter befan­den sich Uri Ovseye­vitz-Roth, Nach­fah­re der Fami­lie Groß, der mit Ehe­frau Tania aus Mexi­ko ange­reist war. Die Kos­ten für die Gedenk­stei­ne über­nahm die Österreichisch-Israelische Gesell­schaft. Deren Ver­tre­ter Har­ry Kol­ler, auch Gemein­de­rat in Wolfs­berg, zeich­ne­te die Lebensläufe der Opfer­fa­mi­li­en um den im Jahr 1885 gebo­re­nen „Stamm­va­ter“ Adolf Gross nach. Die­ser war 1910 von Ungarn nach Wolfs­berg gekom­men, wo er später ein Gemischtwarengeschäft eröffnete, das sich ab 1930 im Haus mit der heu­ti­gen Adres­se Wie­ner Stra­ße 11 befand.

Gedenk­ta­fel in Nähe des Rat­hau­ses

Stückler und Kol­ler dank­ten Gemeinderätin Susan­ne Dohr von den Grünen, die 2019 den Antrag auf Ver­le­gung der Stol­per­stei­ne gestellt hat­te. Schon 20 Jah­re zuvor wur­de auf Initia­ti­ve des dama­li­gen Grünen-Gemeinderats Ulrich Habs­burg Loth­rin­gen eine Gedenk­ta­fel für die von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­trie­be­nen und ermor­de­ten Wolfs­ber­ger Juden in der Nähe des Rat­hau­ses ange­bracht.

 

Wis­sens­wert

Die Stol­per­stei­ne sind fol­gen­den Per­so­nen gewid­met: Adolf Gross (gebo­ren 1885, ermor­det 1942 in Ausch­witz), sei­ner Frau Emma Groß (eben­falls in Ausch­witz ermor­det), deren Töchter Lot­te Roth (ver­trie­ben 1938, ver­stor­ben 1998) und Anny Junek (depor­tiert 1942, Ber­gen-Bel­sen überlebt und 2016 gestor­ben) sowie sei­ner Schwägerin Her­mi­ne Sin­ger (ver­trie­ben 1938, Flucht in den Tod 1944) und deren Sohn Hans Sin­ger (ver­trie­ben 1938, Flucht nach Palästina, überlebt).

10.11.2021 13:50
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Stadtgemeinde Wolfsberg Verlegung der Stolpersteine in der Wiener Straße: Gemeinderat Harry Koller, Gemeinderätin Susanne Dohr, Stadtrat Christian Stückler sowie Uri Ovseyevitz-Roth mit Ehefrau Tania (von links)

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