Spatenstich
Wohnverbund für Menschen mit Beeinträchtigung entsteht in Griffen
Der Bedarf an modernen Wohnlösungen für Menschen mit Behinderung steigt. 32 Projekte sind in Kärnten bis 2023 geplant, für einen Wohnverbund in Griffen erfolgte heute der Spatenstich.
© Büro LH-Stv. Prettner
Das Land Kärnten hat einen Ausbau-Plan für Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. Bis 2023 stehen 32 Projekte mit etwa 265 Wohnplätzen auf der Agenda – in allen Bezirken. Heute erfolgte der Spatenstich für einen Wohnverbund in Griffen.
Pläne in Griffen
Das Projekt in Griffen umfasst 16 Wohnplätze, acht Plätze in Vollbetreuung (inklusive Nachtdienst) und sechs teilbetreute Plätze sowie zwei “Trainingswohnungen”. In den “Trainingswohnungen” geht es um die letzten Schritte in Richtung selbständiges Wohnen.
Die gemeinnützige Bauvereinigung Drau Wohnbau realisiert das Vorhaben mit Mitteln der Kärntner Wohnbauförderung. Drei Millionen Euro werden investiert. Wohnbau-Referentin Gaby Schaunig: “Gemeinnützige Wohnbauprojekte, die ein Zusammenleben von Menschen mit und ohne Betreuungsbedarf Tür an Tür ermöglichen, haben für uns einen ganz besonderen Stellenwert. Denn genau dafür steht die Wohnbauförderung: für die Schaffung von leistbarem, hochwertigen und bedarfsorientierten Wohnraum für Menschen mit verschiedensten Bedürfnissen.”
Eröffnung spätestens 2023
Im Wohnverbund Griffen werden 15 Mitarbeiter von autArK (Träger-Organisation) beschäftigt sein. “Die laufende Tagsatz-Finanzierung erfolgt über das Sozialreferat – wir sprechen von rund 200 Euro pro Klient und Tag”, informiert Sozial-Referentin Beate Prettner. Anfang 2023 soll der Wohnverbund eröffnet werden, vielleicht sogar schon im Herbst 2022, wenn der Bau zügiger verläuft.
Steigender Bedarf
Prettner spricht von einem großen Bedarf an solchen Wohnlösungen. Denn die demografische Entwicklung trifft auch das Behindertenwesen und viele Eltern, die daheim ihre beeinträchtigten Angehörigen betreuen, kommen nun selbst in ein gewisses Alter, in dem sich die Betreuung nicht mehr so einfach bewerkstelligen lässt. Außerdem gibt es immer mehr junge Menschen mit Mehrfach-Diagnosen. Prettner: “Dabei handelt es sich um junge Menschen mit einer geistigen Behinderung, die aufgrund einer zusätzlichen psychiatrischen Erkrankung oder extremen Verhaltensauffälligkeiten in ihrem derzeitigen Lebensumfeld nicht adäquat betreut werden können.”
