Singende Politikerin

Isa­bel­la Theu­er­mann stimmt „I tua wohl“ an

Isabella Theuermann, im beruflichen Leben FPÖ-Landesparteisekretärin und Stadträtin in Wolfsberg, präsentiert morgen auf ihrem YouTube-Kanal ihren neuen Song „I tua wohl“. Eine Hommage an eine große Literatin Kärntens.

Isa­bel­la Theu­er­mann stimmt „I tua wohl“ an Isabella Theuermann: „Ich hoffe, dass mein Song zu mehr Sensibilisierung für die psychischen Folgen der Corona-Einschränkungen beiträgt.“

© Oskar Polak

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Isa­bel­la Theu­er­mann lässt seit einem Jahr als „sin­gen­de Poli­ti­ke­rin“ auf­hor­chen. Die FPÖ-Lan­des­par­tei­se­kre­tä­rin und nun­meh­ri­ge Wolfs­ber­ger Stadt­rä­tin bringt mor­gen ihren neu­en, bereits vier­ten Song her­aus. Sie prä­sen­tiert ihn auf ihrem You­Tube-Kanal. „Ich habe ein Kärnt­ner Lied aus dem Jahr 1847 neu inter­pre­tiert. Es gibt das aktu­el­le Stim­mungs­bild, das in der Bevöl­ke­rung vor­herr­schend ist, wie­der“, ver­rät Theu­er­mann.

Mythen um Lite­ra­tin

Dabei han­delt es sich um eine Hom­mage an eine der gro­ßen Lite­ra­tin­nen Kärn­tens. Otti­lie Frei­in von Her­bert ver­fass­te „I tua wohl“ kurz vor ihrem Tod. Über den Tag ihres Ver­schwin­dens ran­ken sich vie­le Mythen. Am 26. Sep­tem­ber 1847 fuhr sie nachts allei­ne mit einem Boot auf den Wör­ther­see hin­aus und kehr­te nicht mehr zurück. Ihre Lei­che wur­de nie gefun­den. Es ist daher unge­wiss, ob sie aus unglück­li­cher Lie­be den Frei­tod wähl­te oder mit einem unstan­des­ge­mä­ßen Bau­ern­bur­schen durch­brann­te. Viel­leicht ver­un­glück­te sie aber auch ein­fach.

Ein Lied als Weck­ruf

In „I tua wohl“ besingt sie jeden­falls eine unglück­li­che Lie­be. Es ist das ers­te Zeug­nis eines Volks­lieds in Moll­ton. Das Lied klingt düs­ter, schwer und trau­rig. „Es ist somit nichts, das man schun­kelnd auf einem Volks­fest grö­len wür­de. Es ist ein Lied, das uns ein Weck­ruf sein soll und gleich­zei­tig auch das aktu­el­le Stim­mungs­bild vie­ler Men­schen wie­der­gibt“, erläu­tert Theu­er­mann. Sie ist als stu­dier­te Psy­cho­lo­gin immer wie­der mit emo­tio­na­len Aus­nah­me­zu­stän­den kon­fron­tiert.

Emo­tio­na­le Über­las­tung

„Unter Lie­bes­kum­mer zu lei­den, ist eine enor­me Belas­tung, die vie­le ken­nen. Eben­so kön­nen etwa auch schu­li­scher oder beruf­li­cher Druck auf die Psy­che ein­wir­ken. Die meis­ten von uns haben das Gefühl emo­tio­na­ler Über­las­tung schon min­des­tens ein­mal in ihrem Leben gehabt“, schil­dert Theu­er­mann. In der aktu­el­len Situa­ti­on erkran­ken die Men­schen ver­mehrt dar­un­ter. „Coro­na und die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie sind für vie­le Men­schen defi­ni­tiv ein Aus­nah­me­zu­stand. Men­schen, die unter psy­chi­schen Erkran­kun­gen lei­den, stellt Coro­na vor eine enor­me Her­aus­for­de­rung. Coro­na ist eine ‚Ver­än­de­rungs­kri­se‘, die mit einem noch nie dage­we­se­nen Kon­troll­ver­lust ein­her­geht. Um die­se Kri­se zu bewäl­ti­gen, zie­hen sich vie­le Men­schen ins Pri­va­te zurück, was ver­mehrt zu sozia­ler Iso­la­ti­on und Ver­ein­sa­mung führt. Es ist ein Lei­den der Lei­sen – und genau das ist die Gefahr“, erklärt Theu­er­mann.

Sen­si­bi­li­sie­rung für psy­chi­sche Fol­gen

Das Lied, das bereits mehr­mals ver­tont wur­de, unter ande­rem vom Musi­ker „Fuzzman“, ist für die Wolfs­ber­ge­rin gera­de wegen sei­ner beson­de­ren Dra­ma­tik per­fekt, um auf einen Umstand hin­zu­wei­sen, über den ger­ne hin­weg­ge­se­hen wird. „Psy­chi­sches Lei­den gibt es und es kann, wie Coro­na auch, jeden von uns tref­fen. Wir müs­sen die­se Krank­heits­bil­der ver­mehrt berück­sich­ti­gen, denn dem phy­si­schen Tod geht meist ein sozia­les Ster­ben vor­aus“, sagt Theu­er­mann. Sie hofft, mit „I tua wohl“ zu mehr Sen­si­bi­li­sie­rung für die psy­chi­schen Fol­gen der Coro­na-Ein­schrän­kun­gen bei­tra­gen zu kön­nen.

19.11.2021 20:15
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Isa­bel­la Theu­er­mann stimmt „I tua wohl“ an Isabella Theuermann: „Ich hoffe, dass mein Song zu mehr Sensibilisierung für die psychischen Folgen der Corona-Einschränkungen beiträgt.“

© Oskar Polak