Caritas Kärnten

Cari­tas for­dert Ein­füh­rung der Grund­si­che­rung für Kin­der

In Kärnten gelten rund 12.000 Kinder bis 14 Jahre als armutsgefährdet. Caritas-Direktor Ernst Sandriesser fordert auf Basis der neuen Kinderkosten-Studie eine bedarfsgerechte Umgestaltung der Familien- und Sozialleistungen.

Caritas Kärnten Die Caritas Kärnten warnt: Zwischen Kinderkosten und Familienleistungen klafft eine dramatische Lücke (Symbolfoto).

© David Visnjic

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Die aktu­el­le Kin­der­kos­ten-Stu­die bestä­tigt, dass die rea­len Kos­ten, die für Kin­der anfal­len, wesent­lich höher als die bis­her als Grund­la­ge ver­wen­de­ten Zah­len sind. Im Durch­schnitt betra­gen die Kos­ten für ein Kind in einem Haus­halt mit zwei Erwach­se­nen rund 500 Euro, in einem Allein­er­zie­her-Haus­halt für ein Kind sogar 900 Euro monat­lich.

Kampf gegen Kin­der­ar­mut

„Zwi­schen Kin­der­kos­ten und Fami­li­en­leis­tun­gen, die die­se Kos­ten eigent­lich abde­cken soll­ten, klafft eine dra­ma­tisch hohe Lücke. Ins­be­son­de­re Allein­er­zie­hen­de und Fami­li­en mit nied­ri­gen Ein­kom­men schaf­fen es nicht, die­se Lücke jeden Monat aus eige­ner finan­zi­el­ler Kraft zu schlie­ßen. Die Kin­der sind die Leid­tra­gen­den“, warnt Ernst Sand­ries­ser, Direk­tor der Cari­tas Kärn­ten. Er sieht drin­gen­den Hand­lungs­be­darf und in der Stu­die einen ganz wich­ti­gen Grund­stein im Kampf gegen Kin­der­ar­mut.

20.000 „Ein-Eltern-Fami­li­en“ in Kärn­ten

In Kärn­ten gibt es rund 20.000 „Ein-Eltern-Fami­li­en“ mit Kin­dern. Das sind Fami­li­en, in denen Allein­er­zie­her für die monat­li­chen Kin­der­kos­ten von 900 Euro allein auf­kom­men müs­sen. 82 Pro­zent davon sind Frau­en. Weil Allein­er­zie­her auch stär­ker armuts­ge­fähr­det sind, haben deren Kin­der ein höhe­res Risi­ko, in Armuts­la­gen auf­zu­wa­chen. In Kärn­ten gel­ten rund 12.000 Kin­der bis 14 Jah­re als armuts­ge­fähr­det. Die Cari­tas reg­te des­halb wie­der­holt eine Über­prü­fung der Fami­li­en- und Sozi­al­leis­tun­gen auf ihre Armuts­fes­tig­keit und ver­tei­len­de Wir­kung an.

Fami­li­en­bo­nus nicht voll­stän­dig aus­schöp­fen

„Die Daten des Öster­rei­chi­schen Insti­tuts für Wirt­schafts­for­schung bestä­ti­gen, dass Fami­li­en je nach Ein­kom­men unter­schied­lich stark von den Leis­tun­gen pro­fi­tie­ren. Auf Basis der neu­en Kin­der­kos­ten-Stu­die braucht es eine rasche Nach­jus­tie­rung“, ist Sand­ries­ser über­zeugt. So erge­ben die fami­li­en­be­zo­ge­nen Geld­leis­tun­gen und steu­er­li­chen Begüns­ti­gun­gen 328 Euro je Kind und Monat. Der Blick auf die Dif­fe­renz von direk­ten Fami­li­en­leis­tun­gen zu Kin­der­kos­ten zeigt ein beun­ru­hi­gen­des Bild: Beträgt die­se in einem Zwei-Erwach­se­nen-Haus­halt 166 Euro, wächst die Dif­fe­renz bei Allein­er­zie­hern auf 579 Euro. „Die unglei­che Behand­lung von Kin­dern liegt dabei am Fami­li­en­bo­nus Plus, der mit der Höhe des Haus­halts­ein­kom­mens steigt. Gera­de Allein­er­zie­her mit gerin­ge­ren Ein­kom­men kön­nen den Fami­li­en­bo­nus nicht voll­stän­dig aus­schöp­fen“, argu­men­tiert Sand­ries­ser.

Jedes Kind ist gleich viel wert!

Sand­ries­ser for­dert eine Umge­stal­tung der Fami­li­en- und Sozi­al­leis­tun­gen und spricht sich für die Ein­füh­rung einer Kin­der­grund­si­che­rung aus. „Damit könn­te ein Leben ohne Armut für jedes Kind und somit eine dau­er­haf­te Lösung für armuts­ge­fähr­de­te Fami­li­en und ins­be­son­de­re Allein­er­zie­hen­de sicher­ge­stellt wer­den. Denn: Jedes Kind ist gleich viel wert!“

02.01.2022 10:50
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Caritas Kärnten Die Caritas Kärnten warnt: Zwischen Kinderkosten und Familienleistungen klafft eine dramatische Lücke (Symbolfoto).

© David Visnjic