Wirtschaftskammer

Mehr­wert­steu­er als Brems­klotz mit­ten in der Pan­de­mie

Mit heutigem Tag tritt wieder der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz für Tourismus-Dienstleistungen in Kraft. Das kritisieren die Vertreter der Wirtschaftskammer Kärnten.

Mehr­wert­steu­er als Brems­klotz mit­ten in der Pan­de­mie Die Branche rechnet nun mit massiven Einbußen und Preissteigerungen.

© Pixabay/Shutterbug75

"KLICK Kärnten" auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen
Anzeige

„Unse­ren Betrie­ben wird ein Brems­klotz umge­hängt“, ist Josef Petrit­sch, Obmann der Spar­te Tou­ris­mus und Frei­zeit­wirt­schaft in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten, ver­är­gert. Der Grund ist die Nicht­ver­län­ge­rung des 5‑prozentigen Mehr­wert­steu­er­sat­zes für Tou­ris­mus-Dienst­leis­tun­gen. Wäh­rend in Öster­reich mit heu­ti­gem 1. Jän­ner 2022 wie­der der 10- und 20-pro­zen­ti­ge Steu­er­satz in Kraft tre­ten, gilt bei­spiels­wei­se in Deutsch­land (7 Pro­zent), in Ungarn (5 Pro­zent) und in der Schweiz (3,7 Pro­zent) bis Ende 2022 ein ermä­ßig­ter Steu­er­satz.

Eine Abwärts­spi­ra­le

„Damit wur­de eine Abwärts­spi­ra­le für den Tou­ris­mus in Gang gesetzt – und das mit­ten in der Pan­de­mie“, ist Petrit­sch besorgt. Sei­ne Schluss­fol­ge­rung: Die Tou­ris­mus­wirt­schaft ist gezwun­gen, die Prei­se zu erhö­hen. Das war in den ver­gan­ge­nen ein­ein­halb Jah­ren nicht nötig, weil die Mehr­kos­ten über den gesenk­ten Steu­er­satz abge­fe­dert wer­den konn­ten. „Um kos­ten­de­ckend wirt­schaf­ten zu kön­nen, wird es jetzt kei­ne ande­re Mög­lich­keit geben, als die Prei­se zu erhö­hen“, erläu­tert Petrit­sch. Das bestä­tigt auch Hotel­le­rie-Obmann Sigis­mund Moe­risch. Dadurch wird wie­der­um das Aus­blei­ben der Gäs­te befürch­tet.

For­de­rung nach Sicher­heits­netz

„Nach­dem uns der Tur­bo für den Neu­start genom­men wur­de, muss es jetzt ein Sicher­heits­netz für jene Betrie­be geben, die durch die­se Ent­schei­dung in eine exis­tenz­ge­fähr­den­de Situa­ti­on gebracht wer­den“, for­dert Ste­fan Sternad, Obmann der Fach­grup­pe Gas­tro­no­mie in der Wirt­schafts­kam­mer Kärn­ten. Denn die lau­fen­den För­der­maß­nah­men kom­men nur zum Teil bei den Unter­neh­mern an, berich­tet der Wir­te-Sre­cher: „Vie­le Inves­ti­tio­nen und Auf­wen­dun­gen wer­den mit den bis­he­ri­gen Hilfs- und Unter­stüt­zungs­maß­nah­men nicht abge­gol­ten.“

Kei­ne Mehr­heit im Natio­nal­rat

Mit einer Ver­län­ge­rung des redu­zier­ten Mehr­wert­steu­er­sat­zes wären Unter­neh­mens­hil­fen nicht not­wen­dig gewe­sen. Umso grö­ßer die ist Ent­täu­schung über den feh­len­den Weit­blick der Poli­tik auf Bun­des­ebe­ne, die Betrie­be damit wie­der zu Bitt­stel­lern degra­diert. Eine Fort­füh­rung des redu­zier­ten Mehr­wert­steu­er­sat­zes fand im Natio­nal­rat kei­ne Mehr­heit.

01.01.2022 15:08
Anzeige
Mehr­wert­steu­er als Brems­klotz mit­ten in der Pan­de­mie Die Branche rechnet nun mit massiven Einbußen und Preissteigerungen.

© Pixabay/Shutterbug75