Caritas Kärnten
Hilfe von Serviceclubs für psychisch kranke Menschen
Vier Klagenfurter Serviceclubs ermöglichen Bewohnern eines Caritas-Wohnhauses und weiteren Betroffenen in Klagenfurt ein Beratungsangebot. Es soll ihnen dabei helfen, trotz psychiatrischer Erkrankung ihr Leben eigenständig zu meistern.
© Caritas/Dietmar Wajand
In einem Wohnhaus der Caritas Kärnten in Klagenfurt leben in barrierefreien Kleingarconnieren neben sozial benachteiligten Menschen auch Frauen und Männer mit psychiatrischer Erkrankung. Eine davon ist Emma (Name geändert), die unter einem ausgeprägten Verfolgungswahn leidet. Sozialkontakte hat die 60-jährige Frau kaum. In guten Phasen geht sie außer Haus und am Friedhof spazieren, in schlechten verlässt Emma kaum die Wohnung und trägt ihr Essen im Rucksack, weil sie glaubt, ansonsten vergiftet zu werden.
Neue Beratungsstelle
Die psychische Not ist groß, ebenso die finanzielle. Immer wieder kommt es bei den Bewohnern auch zu Zahlungsrückständen und im schlimmsten Fall zu Delogierungen, weil sie alleine nicht in der Lage sind, sich um ihre Interessen zu kümmern. Seit November bietet die Caritas den betreffenden Menschen deshalb über eine allgemein zugängliche Beratungsstelle ein sozialpsychiatrisches Beratungsangebot, das wöchentlich stattfindet, an. Vier Klagenfurter Serviceclubs finanzieren dieses Angebot mit 30.000 Euro für zwei Jahre: Lions Club Klagenfurt-Mageregg, Lions Club Klagenfurt, Rotary Club Klagenfurt-Lindwurm und Rotary Club Klagenfurt-Wörthersee. „Das Ziel dieses Angebots ist es, die betroffenen Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit zu stabilisieren und letztendlich Wohnungsverlust zu verhindern“, erklärt Caritas-Direktor Ernst Sandriesser.
Neue Wege entdecken
Die Serviceclubs sind sich ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Für sie ist es selbstverständlich, einen Beitrag dazu zu leisten, Menschen am Rande der Gesellschaft in die Mitte zu holen. „Mit unserer Unterstützung wollen wir, dass die Betroffenen nicht weiter in eine Abwärtsspirale geraten. Das Beratungs- und Hilfsangebot soll ihnen Hoffnung geben und zeigen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind, sie aber auch dabei ermutigen, neue Wege in ein unabhängiges Leben zu entdecken“, sind sich die Präsidenten der Serviceclubs einig.
© Caritas/Dietmar Wajand