„RaDeschnig“

Die Kaba­rett-Zwil­lin­ge aus Völ­ker­markt

Die Radeschnig-Zwillinge Birgit und Nicole gehören zu den Fixsternen am österreichischen Kabarett-Himmel. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ erzählen sie, wie alles begann.

Die Kaba­rett-Zwil­lin­ge aus Völ­ker­markt Nicole (links) und Birgit Radeschnig, zwei außergewöhnliche Fotomodels

© Stefan Grauf-Sixt

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Das Duo „RaDe­sch­nig“ gibt es in der Kaba­rett-Sze­ne seit dem Jahr 2010. „Damals haben wir den ‚Gra­zer Klein­kunst­vo­gel‘ gewon­nen. Das war für uns der kaba­ret­tis­ti­sche Start­schuss“, erzählt Nico­le. Zuvor waren ihre Zwil­lings­schwes­ter Bir­git und sie am Kon­ser­va­to­ri­um in Wien: Anläss­lich eines Wett­be­werbs fin­gen sie an, selbst­ge­schrie­be­ne Tex­te auf die Büh­ne zu brin­gen.

Fünf Pro­gram­me

In den ver­gan­ge­nen elf Jah­ren erar­bei­te­ten die Völ­ker­mark­te­r­in­nen fünf Kaba­rett-Pro­gram­me. Alles fing mit dem Pro­gramm „Nach Kärn­ten“ an. Dar­in ging es um Absur­di­tä­ten, die in Brauch­tü­mern ver­steckt sind. Das zwei­te Pro­gramm „A Zim­merl zum Leben“ han­del­te von einem Alters­heim und davon, wie es in Zukunft aus­se­hen könn­te. Das drit­te Pro­gramm „Expe­ri­mensch“ war der Eso­te­rik und dem Wunsch, glück­lich zu leben, gewid­met. „Zim­mer, Küche, Kabi­nett“ hieß das vier­te Pro­gramm. Dar­in zog sich eine Frau in ihre Woh­nung zurück und ließ kei­nen Kon­takt zur Außen­welt zu. Das aktu­el­le Pro­gramm trägt den Titel „Dop­pel­klick“ und befasst sich mit Men­schen, Inter­net-Phä­no­me­nen und deren sozia­len Aus­wir­kun­gen. „Der­zeit schrei­ben wir am sechs­ten Pro­gramm“, ver­rät Bir­git.

Musik-Kaba­rett

Auf der Büh­ne sind die Kaba­ret­tis­tin­nen oft mit Musik­in­stru­men­ten zu sehen. „Wir machen Kaba­rett mit musi­ka­li­schen Ein­flüs­sen. In den Pro­gram­men gibt es 70 Pro­zent Text und 30 Pro­zent Musik“, klärt Nico­le auf. Die Zwil­lin­ge sind sich dar­in einig, was es inhalt­lich auf die Büh­ne schafft. „Die meis­ten Tex­te schreibt Bir­git. Sie feilt dar­an bis zur Büh­nen­rei­fe. Beim Pro­gramm sind wir uns immer einig, nur beim Schrei­ben gibt es schon dik­ta­to­ri­sche Züge“, schmun­zelt Nico­le.

Dass die Musik in den Pro­gram­men immer eine Rol­le spielt, kommt nicht von unge­fähr: Die Rade­sch­nig-Zwil­lin­ge musi­zie­ren von klein auf. „Ich habe frü­her sehr viel Kla­ri­net­te gespielt. Lei­der hat es die Kla­ri­net­te nicht in mein lei­den­schaft­li­ches Reper­toire geschafft. Am liebs­ten spie­le ich jetzt Kla­vier, Akkor­de­on und Gitar­re. Im Moment pro­bie­re ich gera­de, das Trom­pe­ten­spie­len zu erler­nen“, erklärt Bir­git. Ihre Schwes­ter ist bei der Kla­ri­net­te hän­gen geblie­ben. „Ich lie­be das Instru­ment. Spo­ra­disch spie­le ich auch sehr ger­ne Kla­vier“, meint Nico­le.

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Die „Rade­sch­nig-Kra­ken“ Bir­git (links) und Nico­le
© Steph­ka Klau­ra

Die Kri­tik

Natür­lich ist der Ent­schei­dungs­pro­zess bei der Ent­ste­hung eines Pro­gramms nicht immer ein­fach. Die Tex­te wer­den unter­ein­an­der zumeist im Chat bespro­chen. „Wir strei­ten dabei nie. Wenn, dann gibt es in den Tex­ten höchs­tens mehr Aus­ru­fungs­zei­chen. Es ist oft schmerz­lich, wenn man merkt, dass die ande­re nicht ver­steht, was man selbst meint. Ich zweif­le oft an mir selbst, wenn ich mich fra­ge, war­um ver­steht Bir­git das nicht“, sagt Nico­le. Letzt­end­lich sind sich die bei­den doch einig. „Wir haben den glei­chen Humor. Wir lachen bei den­sel­ben Sachen, nur in den Nuan­cen gibt es fei­ne Unter­schie­de“, schil­dert Nico­le. Die Auf­ga­ben sind klar auf­ge­teilt. „Nico­le ist für die Ent­wick­lung der Figu­ren in den Pro­gram­men zustän­dig. Uns ist es wich­tig, dass jede ihre Stär­ken dort ein­setzt, wo sie gebraucht wer­den. Wir ergän­zen uns sehr gut“, betont Bir­git.

Skur­ri­le Fotos und Pla­ka­te

Egal, ob auf Pla­ka­ten oder Fotos in den sozia­len Medi­en – die Moti­ve sind meist schräg und skur­ril. „Ich fin­de, das bringt etwas Abwechs­lung in den faden All­tag. Wir arbei­ten sehr ger­ne mit Steph­ka Klau­ra zusam­men. Sie kommt aus Bad Eisen­kap­pel, hat in Wien eine eige­ne Sieb­ma­nu­fak­tur und bedruckt Stof­fe. Allein mit ihren Stof­fen und ihren Ideen für unser letz­tes Pla­kat geht es stark in eine Rich­tung, die uns gefällt, weil es visu­ell etwas ande­res ist. Der krea­ti­ve Pro­zess hört nicht beim Schrei­ben des Pro­gramms auf, da gehö­ren auch Fotos, Büh­nen­ge­wand und Pla­ka­te dazu“, schil­dert Bir­git. Zum Team gehört auch Foto­graf Ste­fan Grauf-Sixt.

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Bir­git (links) und Nico­le Rade­sch­nig vor einem etwas ande­ren Christ­baum
© pri­vat

For­ma­ti­on „Klak­radl“

Neben den zahl­rei­chen Kaba­rett-Auf­trit­ten sind die Zwil­lin­ge auch mit der Musik­for­ma­ti­on „Klak­radl“ unter­wegs. „Das ist für uns eine zwei­te Säu­le. Es war uns immer ein Anlie­gen, mit Ste­fan Koll­mann und Mar­kus Fell­ner zu musi­zie­ren. Bei­de sind gebür­ti­ge Kärnt­ner. Das macht uns sehr viel Spaß“, erläu­tert Nico­le.

Das Weih­nachts­fest

Den Hei­li­gen Abend ver­brin­gen die Rade­sch­nig-Zwil­lin­ge getrennt. „Das Weih­nachts­fest feie­re ich bei den Schwie­ger­el­tern. Ich habe schon für mei­ne Fami­lie und mei­nen Sohn Valen­tin Kek­se geba­cken. Es sind Hafer­flo­cken­röll­chen, Sterz­kek­se und ganz nor­ma­le Mürb­teig­kek­se gewor­den“, erzählt Nico­le. Schwes­ter Bir­git ver­bringt die Fei­er­ta­ge bei den Eltern in Völ­ker­markt. Nach den Fei­er­ta­gen wird wie­der gemein­sam am neu­en Pro­gramm gear­bei­tet.

 

Die Kaba­rett-Prei­se

Gemein­sam mit Hosea Rat­schil­ler wur­de „RaDe­sch­nig“ für das Pro­gramm „Der aller­letz­te Tag der Mensch­heit“ mit dem öster­rei­chi­schen Kaba­rett-Preis 2016 und dem Salz­bur­ger Stier 2017 aus­ge­zeich­net. Für „Dop­pel­klick“ erhiel­ten die Zwil­lin­ge 2019 den öster­rei­chi­schen Kaba­rett-Preis für das bes­te Pro­gramm.

 

22.12.2021 19:47
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Die Kaba­rett-Zwil­lin­ge aus Völ­ker­markt Nicole (links) und Birgit Radeschnig, zwei außergewöhnliche Fotomodels

© Stefan Grauf-Sixt