Landespolitik

Erhö­hung des Sti­pen­di­ums für Kin­der beschlos­sen

SPÖ und ÖVP fassten heute in der Sitzung der Kärntner Landesregierung den Beschluss, das Kinderstipendium zu erhöhen. Die Opposition (FPÖ und Team Kärnten) übt Kritik und sieht „rotes“ Wahlversprechen nach wie vor nicht eingelöst. Welche Kosten ersparen sich Eltern nun konkret? Ein Überblick von „KLiCK Kärnten“.

Kinderstipendium

© Pixabay/Esi Grünhagen

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Die Koali­ti­on aus SPÖ und ÖVP beschloss in der heu­ti­gen Sit­zung der Kärnt­ner Lan­des­re­gie­rung eine neu­er­li­che Erhö­hung des Kin­der­sti­pen­di­ums. Die­sen Antrag hat­te Lan­des­haupt­mann und Bil­dungs­re­fe­rent Peter Kai­ser (SPÖ) ein­ge­bracht. „Ab Herbst, mit dem Start des Kin­der­gar­ten-Jah­res 2021/22, erhal­ten Eltern, die ihre Kin­der in einer der 149 Kin­der­ta­ges­stät­ten und Krab­bel­stu­ben oder einem der 309 Kin­der­gär­ten bil­den und betreu­en las­sen, eine jähr­li­che För­de­rung in Höhe von bis zu 1.884 Euro“, macht Kai­ser die Ent­las­tung deut­lich (sie­he Bei­spie­le unten).

Erhö­hung kom­pen­siert Vor­schrei­bun­gen

Damit wer­den zwei Drit­tel der durch­schnitt­lich vor­ge­schrie­be­nen Eltern­bei­trä­ge refun­diert. Die Erhö­hung kom­pen­siert die von den Betrei­bern vor­ge­nom­me­nen höhe­ren Vor­schrei­bun­gen. Zudem wird das Kin­der­sti­pen­di­um nicht mehr elf son­dern zwölf Mal jähr­lich aus­be­zahlt. Auch die Über­nah­me der Kos­ten für die 140 Tages­el­tern in Kärn­ten, die aktu­ell 1.030 Kin­der betreu­en, wird erhöht: von 0,66 auf 0,70 Cent pro Stun­de, für die ein Euro ver­langt wird.

Kein Antrag nötig

„Eltern müs­sen dafür kei­nen Antrag stel­len, das Kin­der­sti­pen­di­um wird auto­ma­tisch ange­rech­net, die Vor­schrei­bun­gen um den jewei­li­gen Betrag redu­ziert“, erklärt der Lan­des­haupt­mann. Ins­ge­samt wen­det das Land im Kin­der­gar­ten­jahr 2021/22 rund 14 Mil­lio­nen Euro für das Kin­der­sti­pen­di­um auf. Auch Lan­des­rat Mar­tin Gru­ber (ÖVP) sieht Kärn­ten mit den heu­ti­gen Regie­rungs­be­schlüs­sen für das Kin­der­sti­pen­di­um dem im Regie­rungs­pro­gramm ver­an­ker­ten Ziel, zur kin­der­freund­lichs­ten Regi­on zu wer­den, wie­der einen wesent­li­chen Schritt näher. „Wir arbei­ten als Koali­ti­on gemein­sam inten­siv dar­an, die Kärnt­ner Fami­li­en im Bereich der Kin­der­be­treu­ung einer­seits bei den Bei­trä­gen zu ent­las­ten und ande­rer­seits den Aus­bau qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Infra­struk­tur zu for­cie­ren und zu för­dern“, beton­te Gru­ber.

Bei­trags­frei ab 2022/2023?

Was unver­än­dert bleibt: Die Kos­ten für Ver­pfle­gung und Spe­zi­al­an­ge­bo­te sind wei­ter­hin selbst zu tra­gen. „Unse­re fes­te Absicht ist es, ab dem Kin­der­gar­ten-Jahr 2022/2023 eine bei­trags­freie Bil­dung und Betreu­ung der Kin­der in Kärn­ten auf Basis des durch­schnitt­li­chen Eltern­bei­trags anzu­bie­ten“, betont Lan­des­haupt­mann Kai­ser.

Kri­tik von FPÖ und „Team Kärn­ten“

Kri­tik ern­tet die Lan­des­re­gie­rung von der Oppo­si­ti­on. „Tat­sa­che ist, dass die SPÖ Kärn­ten vor den Land­tags­wah­len 2013 und 2018 den Wäh­lern den Gra­tis-Kin­der­gar­ten ver­spro­chen und die­ses Ver­spre­chen nie ein­ge­löst hat. Denn die Eltern erhal­ten auch nach dem heu­ti­gen Beschluss nur 66 Pro­zent der Bei­trä­ge“, stellt FPÖ-Lan­des­par­tei­ob­mann Ger­not Darm­ann fest. Er for­dert Lan­des­haupt­mann Kai­ser auf, „sein Wahl­ver­spre­chen end­lich zu hun­dert Pro­zent umset­zen“. Die Eltern müs­sen zur Gän­ze ent­las­tet wer­den, statt auf Sep­tem­ber 2022 ver­trös­tet zu wer­den. „Zufäl­lig eini­ge Mona­te vor der nächs­ten Land­tags­wahl“, sagt Darm­ann.

Wahl­ver­spre­chen nicht ein­ge­löst

Der glei­chen Mei­nung ist „Team Kärnten“-Obmann Ger­hard Köfer. „Fakt ist, dass die SPÖ ihr Wahl­ver­spre­chen in Rich­tung eltern­bei­trags­frei­er und kos­ten­lo­ser Kin­der­be­treu­ung wei­ter nicht umsetzt und auf kurz vor der nächs­ten Land­tags­wahl ver­schiebt“, äußert Köfer massi­ves Unver­ständ­nis. Auch die Erhö­hung der För­de­run­gen kann, so Köfer, nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass SPÖ und ÖVP wei­ter säu­mig sind.

 

Bei­spiels eins

Kin­der­gar­ten: Ein Kin­der­gar­ten­platz kos­tet halb­tags in Kärn­ten aktu­ell monat­lich durch­schnitt­lich 106 Euro. Das Kin­der­sti­pen­di­um beträgt 70 Euro, die Erspar­nis jähr­lich 840 Euro pro Kind (bis­her 616 Euro). Ganz­tags kos­tet ein Kin­der­gar­ten­platz monat­lich durch­schnitt­lich 145 Euro. Das Kin­der­sti­pen­di­um beträgt 96 Euro, die Erspar­nis jähr­lich 1.152 Euro pro Kind (bis­her 913 Euro). Von die­ser Erhö­hung pro­fi­tie­ren 14.055 Kin­der (Stand 16. April 2021).

 

Bei­spiel zwei

Kindertagesstätte/Kinderkrippe (bis drei­jäh­ri­ge Kin­der): Für eine halb­tä­gi­ge Betreu­ung wer­den der­zeit in Kärn­ten monat­lich durch­schnitt­lich 156 Euro von den Betrei­bern ver­langt. Das Kin­der­sti­pen­di­um ab Sep­tem­ber 2021 beträgt 103 Euro (bis­her 92 Euro). Die Erspar­nis beträgt jähr­lich 1.236 pro Kind (bis­her 1.012 Euro). Die ganz­tä­gi­ge Betreu­ung in einer Kin­der­ta­ges­stät­te oder in einer Kin­der­krip­pe kos­tet in Kärn­ten durch­schnitt­lich 237 Euro monat­lich. Das Kin­der­sti­pen­di­um ab Sep­tem­ber 2021 beträgt 157 Euro (bis­her 139 Euro). Die Erspar­nis pro Jahr beläuft sich auf 1.884 Euro pro Kind (bis­her 1.529 Euro). Von die­ser Erhö­hung pro­fi­tie­ren 3.588 Kin­der (Stand 16. April 2021).

 

 

21.04.2021 13:41
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