Rupert Petelak
„Angst um meine Verwandten im Krieg“
Rupert Petelak (65) aus Glanhofen bei Feldkirchen fürchtet um seine Verwandten in der Ukraine, die sich mitten im Krieg befinden. Im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“ erzählt er die Geschichte seines Vaters.
Im Jahr 1943 wurde Michael Petelak als 13-Jähriger von den Nazis als Ostarbeiter nach Feldkirchen deportiert. 14 Tage war er mit vielen anderen Zwangsarbeitern mit dem Zug von der jetzigen Ukraine nach Feldkirchen unterwegs. „Am Bahnhof war für meinen Vater Endstation. Er wurde – wie andere auch – in das Hotel Germann gebracht. Nachdem die Kräftigsten von den Bauern ausgesucht wurden, blieb mein Vater übrig. Ihn nahm dann ein zu spät gekommenen Bauer aus Glanhofen mit“, erzählt Rupert Petelak im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Schicksal des Bruders ungewiss
Der Bruder seines Vaters wurde in Diex untergebracht. Von ihm hörte man nie wieder etwas. „Meinem Vater ging es auf dem Hof des Bauern den Umständen entsprechend gut. Mein Vater hatte in der Schule im damaligen Polen Deutsch gelernt, das kam ihm in Kärnten zugute“, schildert Petelak.
Hochschaubahn der Gefühle
Nach „Glasnost“, der Politik einer größeren Transparenz und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung, machte sich Michael Petelak 1991 mit seinem Sohn Rupert auf den Weg, um seine ehemalige Heimat zu besuchen. „Für meinen Vater war es eine Hochschaubahn der Gefühle, als er endlich meine Tante, meine Cousinen und Cousins kennenlernen durfte. Es war für ihn ein emotionales Erlebnis“, betont Petelak. 2011 verstarb sein Vater. Zehn persönliche Treffen sollte es mittlerweile geben, ehe der Krieg vor einigen Tagen über die Ukraine hereinbrach.
Beim ukrainischen Militär
Die Familie steckt bei der Verteidigung der Ukraine mittendrin. „Ich fürchte um die Gesundheit meiner Verwandten. Der Sohn eines Cousins ist Major beim ukrainischen Militär, auch eine Cousine. Beide sind im Norden an der Front. Wir haben ständig Kontakt, unsere Angst ist riesengroß. Ein Haus in der Nähe von Lemberg wird derzeit nur von einem 15-jährigen Sohn eines Cousins als Selbstversorger bewohnt“, berichtet Petelak.
Von Kärnten aus helfen
Der Feldkirchner denkt auch an die jüngere Generation in der Ukraine. „Die Kinder meiner ukrainischen Familien wollten sich für ein Studium an der Universität einschreiben, das liegt jetzt auf Eis. Keiner weiß, wie es weiter geht. Wir versuchen von Kärnten aus zu helfen“, sagt Petelak. Seine Verwandten aus der Ukraine rauszuholen, scheiterte aber an deren Bereitschaft: „Sie wollten ihre Heimat nicht verlassen!“
Wissenswert
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