St. Paul im Lavanttal
Schwarzer Knoblauch ist der Star!
Margit Holzer aus St. Paul im Lavanttal ist weithin als Knoblauch-Bäuerin bekannt. Was sie sonst noch anbaut, erzählt sie im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“.
Die gelernte Touristikerin Margit Holzer aus St. Margarethen bei St. Paul im Lavanttal verbrachte 17 Jahre ihres Lebens in Italien, ehe sie wieder an den elterlichen Hof vulgo Burgstaller zurückkehrte. „Ich habe drei Jahre in Rom und 14 Jahre in Mailand gelebt. Dort habe ich Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Bucconi in Mailand studiert. Bäuerin zu werden, war nie mein Berufswunsch“, gesteht Holzer im Gespräch mit „KLiCK Kärnten“. Zuvor absolvierte sie die Hotelfachschule in Villach und arbeitete in Gastronomie und Hotellerie.
Die Betriebsübernahme
„Mein Vater ist 2009 verstorben. Meine Mutter hat den Betrieb noch vier Jahre alleine geführt, bis es ihr dann zu viel war. Ihr Hilferuf hat mich in Mailand ereilt. Ich habe sofort meine Zelte abgebrochen und bin nach Hause zurückgekehrt, um ihr zu helfen“, erzählt Holzer. Die einzigen männlichen Wesen am Hof sind aktuell zwei Schäferhunde: Der Ältere heißt „Hektor“, sein Großonkel war der erste „Rex“ von Tobias Moretti in der TV-Serie „Kommissar Rex“. Nur in der Erntezeit werden die beiden Frauen von saisonalen Erntehelfern unterstützt.
Die Kräuterfrau
Holzer ist nicht nur eine Knoblauch-Bäuerin, sondern auch eine Kräuterfrau. Sie baut nicht nur zehn verschiedene Knoblauchsorten an, sondern auch Rhabarber, Erdbeeren, Physalis, Okra, Kiwano und Safran. Der Star ist der der schwarze Knoblauch „Black Garlic“. „Er ist allerdings keine Sorte, sondern wird sehr aufwendig hergestellt. Der normale Knoblauch wird auf 62 Prozent heruntergetrocknet, dann wird er sauber geputzt, ehe er in die ‚Black Garlic‘-Maschine kommt. Dort bleibt er 70 bis 90 Tage bei kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit“, erklärt Holzer.
Eine Spezialität
In Österreich ist der „Black Garlic“ kaum bekannt. Die schwarze Knolle ist bei Experten, Gourmets und Spitzenköchen nicht nur wegen ihres einzigartigen Geschmacks begehrt, sondern vor allem auch deshalb, weil es nach dem Konsum keinerlei Geruchsbelästigung gibt. Insgesamt bewirtschaftet Holzer rund zwölf Hektar landwirtschaftlichen Boden. Damit nicht Krankheiten beim Knoblauch mitgezüchtet werden, wird jede Fläche nur einmal in fünf Jahren mit Knoblauch angebaut.
Die Erntezeit
In zwei bis drei Wochen beginnt am Hof die Rhabarber-Ernte. „Wir ernten dann den roten Rhabarber. Das Besondere an ihm ist, dass man ihn nicht schälen muss, er kann mit der Schale gekocht und verzehrt werden. Die nächste Frucht in unserer Erntefolge ist der Grünknoblauch, danach folgen schon die Erdbeeren, die Knoblauchblüte und schließlich der Knoblauch“, schildert die Knoblauch-Bäuerin.
Der Verkauf
Rhabarber und Knoblauch werden in diversen Hofer- und REWE-Supermärkten verkauft. „Die Erdbeeren stehen für Selbstpflücker und beim Direktverkauf auf dem Feld zur Verfügung. Die meisten saisonalen Produkte verkaufen wir ab Hof“, verrät Holzer. Alle Produkte sind auch im Online-Shop zu erwerben. „Wir versenden mittlerweile schon an Kunden in ganz Europa. Zusätzlich haben wir Vertriebspartner wie die Firma ‚Sorger‘s Gaumenjuwelen‘, die auf Kärntner Märkten vertreten ist. Außerdem sind wir auch beim Genussfestival vom 6. bis 8. Mai 2022 im Stadtpark in Wien und bei einigen großen Erntedankfesten in ganz Österreich vertreten“, sagt die Bäuerin.
Wissenswert
Das Knoblauchfest: Am 18. Juni 2022 findet ab 10 Uhr beim Gasthof Poppmeier in St. Paul im Lavanttal das Knoblauchfest statt. Mit dabei sind zahlreiche Top-Produzenten aus dem Lavanttal. „Wir sind die Gründer des Knoblauchfestes. Es war von Anfang an ein Riesenerfolg. Wir sind gespannt, wie es heuer nach der zweijährigen Corona-Pause wird“, berichtet Knoblauch-Bäuerin Margit Holzer.
- Der schwarze Knoblauch wird aufwendig produziert.
- Der grüne Knoblauch
- Margit Holzer, bekannte Knoblauch-Bäuerin aus dem Lavanttal